[Allgemein ] 28 November, 2007 14:22
Heute vor 121 Jahren erblickte der Leipziger Georg Schumann das Licht der Welt. Der in Reudnitz geborene Schumann lernte Werkzeugmacher, trat der 1905 SPD bei, arbeitete als Lokalredakteur bei der Leipziger Volkszeitung, war 1919 Mitbegründer der Leipziger KPD und wurde aufgrund seiner politischen Tätigkeit mehrfach inhaftiert. Nachdem er 1939 aus dem KZ Sachsenhausen entlassen wurde, arbeitete er als Schlosser in Leipzig, galt aber weiterhin als führender Kopf der verbotenen KPD in Sachsen. Weil er versucht hatte, eine Widerstandsgruppe aufzubauen, wurde er im Juli 1944 erneut verhaftet und am 21.11.1944 vom Volksgerichtshof zum Tode verurteilt. Das Urteil wurde am 11.01.1945 vollstreckt.

Warum dieser kleine Exkurs? Weil sich Georg Schumann im Grabe umdrehen würde, wenn er wüsste, was Unbekannte ausgerechnet am Jahrestag – gleichzeitig diesjähriger Buß- und Bettag - seiner Verurteilung taten.
Im Innenhof der nach ihm benannten Schule an der Glockenstraße steht ein Denkmal (Betonsockel und Bronzebüste) für seine Person. Im Zeitraum vom letzten Dienstag (20.11.2007, 13:00 Uhr) bis zum Mittwoch, 16:00 Uhr, stießen der oder die Täter das Denkmal um, wodurch ein Sachschaden von etwa 1.000 Euro entstand.

 

(aus: Polizeibericht vom 28.11.07) 

[Allgemein ] 28 November, 2007 06:00
Nach Neonazi-Schmierereien und Ausschreitungen von bis zu 40 Personen in Reudnitz-Thonberg
ermittelt jetzt der Staatsschutz der Leipziger Polizeidirektion. Wie die Behörde gestern bestätigte,
 haben Unbekannte zunächst Mitte voriger Woche an die Fassade eines Mietshauses in der
Holsteinstraße verschiedene rechtsradikale Parolen und Symbole aufgesprüht. „Da auch ein
Hakenkreuz dabei war, leiteten die Beamten ein Ermittlungsverfahren wegen Verwendens von
 Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen gegen Unbekannt ein“, sagte gestern
Polizeisprecher Andreas de Parade.
Am Donnerstagabend versammelten sich dann Zeugen zufolge bis zu 40 Personen vor dem
 beschmierten Haus. Die teilweise vermummten Männer sollen Parolen wie „Rotfront verrecke“ gebrüllt
 und das Gebäude mit Feuerwerkskörpern beschossen haben, berichten Beobachter. „Als unsere
 Beamten vor Ort eingetroffen waren, stellten sie allerdings keine Personen fest“, so de Parade.

Der Hintergrund für den abendlichen Aufmarsch ist laut Polizei noch unklar. In linksalternativen
 Kreisen wertet man den Angriff gegen den Haus als Drohgebärde der hiesigen rechtsextremen
Szene. Die Polizei mochte dies gestern jedoch nicht bestätigen. Es sei noch offen, ob der
Aufmarsch im Zusammenhang mit den Neonazi-Schmierereien steht, hieß es.     F. D.
[Naziaktivität ] 27 November, 2007 05:39

Dresden/Groitzsch. Nach Angaben von Polizei und  Landeskriminalamt (LKA) ist der Überfall von rechten auf Linke Jugendliche in Groitzsch weitgehend aufgeklärt. In der 25 Kilometer südlich von Leipzig gelegenen Kleinstadt Groitzsch war es am Freitag (26.Oktober) zu schweren Auseinandersetzungen gekommen. Dabei sind drei junge Männer zum Teil schwer verletzt worden. Ein 23-Jähriger erlitt durch einen Molotow-Cocktail schwere Brandverletzungen. Er befindet sich nach wie vor im Krankenhaus.

Nach Angaben des LKA wurden am Freitagabend fünf linksgerichtete Jugendliche im Alter von 14 bis 16 Jahren attackiert und leicht verletzt. Die Polizeidirektion Westsachsen schaltete die Sonderkommission Rechtsextremismus (Soko Rex) des LKA ein.
Nach wenigen Stunden wurden zwei 15 und 17 Jahre alte Tatverdächtige ermittelt, hieß es. Sie gehörten der rechten Szene an. Die Ermittler sahen davon ab, Haftbefehle zu beantragen. Den Angaben zufolge haben dafür die Voraussetzungen, beispielsweise Fluchtgefahr, gefehlt.
 (weiter)

[Allgemein ] 23 November, 2007 23:08
Kein Einlass in Szene-Kleidung von Rechtsextremen

In der Moritzbastei ist das Tragen von Bekleidung der von Rechtsradikalen bevorzugten Marke Thor Steinar ab sofort verboten. "Wir machen von unserem Hausrecht Gebrauch", sagte gestern der Geschäftsführer von Leipzigs größtem Studentenclub, Mario Wolf. "Gäste mit solcher Kleidung werden am Einlass abgewiesen oder wieder raus geschickt." Die Moritzbastei reagiert damit auch auf die seit Monaten andauernde Diskussion um das Geschäft "Tonsberg" in der Richard-Wagner-Straße, welches die Bekleidungsmarke vertreibt. "Wir haben die Debatte um Thor Steinar verfolgt und sind zu dem Schluss gekommen, dass mit diesem Label rechtsextreme Aspekte verbunden sind", erklärte Wolf. "Weil auch manche unserer Gäste solche Klamotten tragen, wollen wir ein deutliches Zeichen setzen." Die Moritzbastei gelte zwar eher als "unpolitisch", so der Geschäftsführer, "aber Rechtsextreme haben hier nichts zu suchen".
Hinsichtlich des Verbleibs des Thor-Steinar-Ladens in Leipzigs City läuft, ähnlich wie in Magdeburg, alles auf einen Rechtsstreit hinaus (die LVZ berichtete). Die Proteste der linksalternativen Szene dauern an: Für heute hat das Aktionsbündnis "Ladenschluss" weitere Aktionen vor dem Laden angekündigt. F. D.

LVZ 24.11.2007
[Naziaktivität ] 23 November, 2007 18:06

Am Abend des 22. Novembers griffen Nazis mit Signalraketen ein Wohnhaus in der Holsteinstraße an und skandierten Anti-Antifa-Parolen. Das Haus wurde in der Nacht zuvor mit zwei großen Hakenkreuzen beschmiert.

Rund 40 Personen, zumeist schwarz gekleidet und vermummt, marschierten an diesem Donnerstag gegen 21 Uhr an der gegenüberliegenden Straßenseite auf. Sie begannen sofort, Signalraketen gegen das Haus zu schießen und brüllten "Rotfront verrecke", Nationaler Sozialismus jetzt" und Anti-Antifa-Parolen. Nach wenigen Minuten verschwanden die Vermummten in Kleingruppen in den anliegenden Straßen. Die kurze Zeit später eintreffende Polizei konnte lediglich von einigen wenigen die Personalien aufnehmen. Die Bewohner des Hauses selbst sind überrascht und verängstigt. Nach eigenem Bekunden können sie keinen Anlaß sehen für derartige Drohgebärden der lokalen rechtsextremen Szene.

Bereits in der Nacht zuvor waren am selben Haus zwei großen Hakenkreuze angebracht worden, die den Schriftzug "wieder Deutschland" einrahmten. Es wurde Anzeige gegen Unbekannt gestellt wegen der Verwendung von nationalsozialistischen Zeichen, Sachbeschädigung und Landfriedensbruch. (weiter)

[Naziaktivität ] 19 November, 2007 09:21

Am frühen Morgen des 21. Oktober hat es auf eine Frau, die im Rahmen des Erasmusprogramms an unserer Hochschule studiert, in Reudnitz einen rassistischen Übergriff gegeben. Zwei Männer beleidigten sie, wurden dann handgreiflich und verletzten sie körperlich. Grund für den Angriff war ihr "nicht-deutsches" Aussehen. Für das Opfer waren die beiden Angreifer nicht sofort als Rechtsradikale zu erkennen. Erst im Verlauf der Auseinandersetzung bemerkte sie den Hakenkreuz-aufnäher an der Jacke. Dank ihrer Erfahrungen in Selbstverteidigung und das mutige Eingreifen eines Passanten konnte Schlimmeres verhindert werden. Die Studentin musste ärztlich behandelt werden und erstattete Anzeige.

Dieser Vorfall war für die Studierende bisher der aggressivste in Leipzig. Erst vor ein paar Tagen ist sie in Markkleeberg als "Hure" beschimpft worden.
Rassistische Äußerungen in der Strassenbahn sind für sie alltäglich. Solche und ähnliche Übergriffe finden eben nicht nur in Mügeln oder dem Muldentalkreis statt. Erschreckend ist allerdings, wie wenig Öffentlichkeit diese Vorfälle in Leipzig erfahren.
 (weiter)