Nach rund einem Jahr arbeitet hat die "Fachstelle für Extremismus und Gewaltprävention" des Jugendamtes der Stadt Leipzig den Situationsbericht für die Jahre 2006 und 2007 veröffentlicht.
Bericht mit Anlagen:
_
Situationsbericht zu Nazi-Aktionismus in Leipzig 2006-07
Nach rund einem Jahr arbeitet hat die "Fachstelle für Extremismus und Gewaltprävention" des Jugendamtes der Stadt Leipzig den Situationsbericht für die Jahre 2006 und 2007 veröffentlicht.
Bericht mit Anlagen:
_
19-Jähriger bei Ausschreitungen in Connewitz verletzt - LVZ-Online 29. März 08
Leipzig. Am frühen Samstagmorgen ist es in Connewitz zu
Auseinandersetzungen zwischen drei jungen Männern und etwa 50 weiteren
Personen gekommen, wobei ein 19-Jähriger verletzt wurde. Ein 21-Jähriger
war zunächst zu Fuß auf der Wolfgang-Heinze-Straße in Richtung
Markkleeberg unterwegs. Nach Polizeiangaben erhielt er gegen 1.40 Uhr
einen Anruf seines 22-jährigen Bruders, der sich mit ihm treffen wollte.
Die beiden planten, das Kulturzentrum Conne Island besuchen. Wenig später
traf der 22-Jährige mit einem 27-jährigen Begleiter ein und stellte seinen
Ford Mondeo auf einer Parkfläche an der Prinz-Eugen-Straße ab.
Noch während sich die drei Männer begrüßten, sprach ein Unbekannter den
27-Jährigen auf seine Jacke mit einem Logo der in der rechtsextremen Szene
beliebten Bekleidungsmarke Thor Steinar an und rief lauthals "Nazis".
Daraufhin versammelten sich laut Polizei bis zu 50 Personen, die die drei
Männer beschimpften. Diese rannten nun zurück zu ihrem Auto und wollte
wegfahren. Die Menschenmenge umstellte allerdings den Wagen und bewarf ihn
mit Flaschen und Steinen.
(weiter)Tatverdächtiger zu Überfall auf Weihnachtsfeier in Haft - 19.03.08
http://www.polizei.sachsen.de/pd_leipzig/3871.htm
Am 08.12.2007 kam es während einer Weihnachtsfeier von Fans des FC Sachsen Leipzig zu einer gewalttätigen Auseinandersetzung. Auslöser war der Angriff einer ca. 40-50 Personen umfassenden Gruppe, die überwiegend vermummt auftraten und äußerst aggressiv gegen Personen und Sachen vorgingen. Nach einer ersten Attacke kehrte die Gruppe zur „Sachsenstube" zurück und suchte erneut die Konfrontation. Bei diesen Auseinandersetzungen erlitten mehrere Personen teils erhebliche Verletzungen und es entstanden Sachschäden in Höhe von ca. 36.000 Euro in der Gaststätte. Die Täter konnten vor Eintreffen der Polizei unerkannt flüchten.
Veranstaltungshinweis: Montag, 17.03.08
Antidiskriminierungsbüro Sachsen:
http://www.adb-sachsen.de/4,489,termin.html
Am: 17.03.2008
Eine Diskussionsveranstaltung von ADB, FKR, StuRa der Uni Leipzigmit Margarete Jäger vom Duisburger Institut für Sprach- und Sozialforschung (DISS) und Astrid Tautz, Antidiskriminierungsbüro Leipzig im Rahmen der Internationalen Wochen gegen Rassismus
Geschichten aus der Eisenbahnstraße...
Aufgenommen am 15. März 08 in der Eisenbahnstraße in Leipzig.
---> UPDATE für Samstag - 15.03.08
Die Demonstration "Gegen Rassismus - Gegen Nazis" wird stattfinden! Aufgrund des Verbotes der NPD-Demo wird der Focus auf der durch und durch rassistischen Berichterstattung, explizit der LVZ, liegen und somit vor dem LVZ-Gebäude (Peterssteinweg/Emilienstraße) enden.
Die Veranstaltungen auf dem Burgplatz und im Nikolaikirchhof von OBM Jung und Pfarrer Führer werden ebenfalls stattfinden und sind als Anlaufpunkte geeignet.
Leipzig verbietet NPD-Demonstration
Die Stadt Leipzig hat die angemeldete Demonstration und den Aufzug der NPD am heutigen Freitag (14. März) verboten. Die NPD hatte für den Samstag (15. März) eine Versammlung unter dem Motto „Für ein gastfreundliches Leipzig! Aber: kriminelle Ausländer raus“ angemeldet, verbunden mit einem Aufzug durch die Leipziger Innenstadt.
Lokale Berichterstattung und ein Nazi-Sommernachtstraum
Die Darstellung des eskalierenden Konflikts um die Kontrolle von Clubs und Diskotheken wird in der öffentlich wahrgenommenen Darstellung der Lokalpresse, insbesondere der LVZ, so weit heruntergebrochen, dass es zum Erbrechen nötigt. Sogenannte "kriminelle Ausländerbanden" (sic) bringen sich nach Meinung einiger Provinzredakteur_innen in Stellung, um deutsche Etablisments mit Drogen, Waffen und Prostitution zu überschwemmen und die sie schützenden deutschen Securities zu verdrängen. So einfach kann mensch sich das heute also machen! Da die "kriminelle Ausländerbande" immer noch zu abstrakt scheint für den durschnittlichen Zeitungsleser, werden einzelne Personen mit klar identifizierbaren Merkmalen wie "Armenier, Libanese, Iraker, Tschetschene" ausgestattet. Wer jetzt immer noch nicht den Durchblick hat, der darf sich die Bedrohung noch allgemeiner als vom "Araber" ausgehend bildhaft machen. Diese These kolportierte ganz besonders die Leipziger Volkszeitung (wie der Name schon sagt) in die städtische Bevölkerung.
Dankbar folgen NPD und "Freies Netz" den vorgelegten Hetztiraden und rufen zum Auflauf unter dem Motto "Für ein gastfreundliches Leipzig - kriminelle Ausländerbanden raus". Und auch die "Freies-Netz"-Macher Scheffler und Gerlach sehen darin eine nur folgerichtige Unterstützung ihres Wirkens, Zitat: "Die Provinzen sind befriedet weitesgehend! - Nun gehts an die Großstädte!".
Machtkampf in der Leipziger Diskoszene: Keine Hinweise auf den Todesschützen
Der junge Russlanddeutsche Andreas K. wurde vor der Diskothek "Mia's" erschossen. "Der junge Mann war mit einem Freund zum Rauchen vor die Tür gegangen und wurde so zufällig Opfer", beschreibt Polizeipräsident Rolf Müller den dramatischen Vorfall.
Dem tragischen Tod des Russlanddeutschen war ein heftiger Streit mehrerer Besucher der Diskothek "Schauhaus" vorausgegangen. Ein 37-jähriger Security-Mitarbeiter trug dabei schwere Stichverletzungen davon. Er wurde am Samstagmorgenin notoperiert und ins künstliche Koma versetzt. Er konnte deshalb am Wochenende noch nicht zu den Geschehnissen befragt werden. Inzwischen ist er wieder bei Bewusstsein. "Sein Zustand ist stabil," sagte sein Anwalt Stephan Bonell gegenüber der Leipziger Volkszeitung. Marko Z. habe einen Südeuropäer gesehen, bevor dieser ihn mit einem Messer angegriffen und niedergestochen habe, so der Anwalt weiter. In der Szene sei der Angreifer als Arthur bekannt. Das 37-jährige Opfer ist der Chef der L.E. Security. Wie viele Menschen außerdem verletzt wurden, ist noch unklar.
|
||
|
|
Seit Herbst vergangenen Jahres schwelt ein Streit zwischen zwei Leipziger Security-Firmen auf der einen Seite und einer Gruppe von Ausländern auf der anderen. Immer wieder war es zu teils brutalen Auseinandersetzungen gekommen. "Es geht dabei um Vormachtrechte," vermutet der Polizeipräsident. Auch Drogengeschäfte können nicht ausgeschlossen werden. Einige Namen sind der Polizei inzwischen bekannt. Es gebe auch Ermittlungsansätze. Vor Weihnachten hätte sich die Situation beruhigt. Dass es in der Nacht zu Samstag derart eskalieren könnte, hätte niemand vorhersehen können.
Der erste Notruf der Polizei sei um 2.42 Uhr eingegangen, skizziert Müller den Tatverlauf. Eine Gruppe Personen ausländischer Herkunft hätten die Diskothek "Schauhaus" gestürmt. Es kam zu einer Schlägerei, bei der der 37-jährige Security-Mann verletzt wurde. Den Sicherheitskräften sei es dann gelungen, die Angreifer bis vor die Tür zu drängen.
Polizeihunden die Schnauze zugedrückt
Die Polizei war kurz darauf mit 60 Einsatzkräften vor Ort. 150 Personen hätten zu diesem Zeitpunkt vor der Disko gestanden, so Müller weiter. Neben Schaulustigen und dem Securitypersonal, das inzwischen verstärkt worden war, gehörten der Menge etwa 50 Ausländer an. Diese, aber auch die Sicherheitsleute, hätten die Polizisten massiv und brutal angegriffen. Aufgrund ihrer körperlichen Konstitution, trainiert im Fitness-Studio und beim Freefight im Kampfsport-Gym, gingen die Täter mit einer bis dahin unbekannten Aggressivität vor. "Sie ließen sich von unseren Diensthunden in den Arm beißen, um den Tieren dann mit der anderen Hand die Schnauze zuzudrücken," berichtet Müller. Damit waren die Hunde außer Gefecht gesetzt. Beide Gruppierungen waren mit Baseballschlägern, Pfefferspray und Pflastersteinen ausgerüstet. Damit wurden die Scheiben der Diskothek und einer benachbarten Spielbar zerstört.
Die Polizei versuchte, die Situation zu beruhigen. Infolgedessen machten sich mehrere Gruppen auf den Weg in die Innenstadt. Dabei gingen auch in den Diskotheken "Pflaumenbaum" und "Mia's" in der Kleinen Fleischergasse Scheiben zu Bruch. Hier traf den 28-jährigen Andreas K. die tödliche Kugel. Ein Mann mit dunklerer Hautfarbe soll drei Schüsse abgegeben haben, so die bisherigen Ermittlungen. Einer davon traf den Russlanddeutschen in den Kopf. Die anderen beiden Projektile wurden in der Wand neben dem Eingang gefunden. Die Ermittlungen zu Täter und Tatwaffe laufen.
|
||
Noch steht nicht fest, welcher Gruppierung welche Schäden zuzuordnen sind. In den nächsten Tagen sollen Aufnahmen aus Überwachungskameras in die Ermittlungen einbezogen werden. Festnahmen habe es nicht gegeben, so der Sprecher der Staatsanwaltschaft Ricardo Schulz. Allerdings seien die Personalien verschiedener Täter aufgenommen worden sowie verschiedene Kennzeichen notiert, die zu den Tätern führen werden.
Spezialkräfte nach Leipzig verlegt
Die Polizei verstärkte in der Nacht zum Sonntag ihre Präsenz in der
Innenstadt. Außerdem sind Spezialkräfte aus Thüringen und
Sachsen-Anhalt im Einsatz. Landespolizeipräsident Bernd Merbitz hatte
sie bereits wenige Stunden nach der Tat zur Verstärkung der sächsischen
Spezialkräfte angefordert, „um eventuelle Racheakte nicht zuzulassen
und die öffentliche Ordnung und Sicherheit in Leipzig auch nach diesem
dramatischen Ereignis sicherzustellen“. Die Spezialkräfte würden „auch
die nächste Zeit bleiben, mehrere Kräfte nach Leipzig verlagert“. Sie
blieben in Absprache mit Innenminister Albrecht Buttolo (CDU) „so
lange, wir sie hier brauchen“.
Zur Aufklärung der Geschehnisse der Nacht und deren Umfeld hat die
Polizei eine 30-köpfige Ermittlungsgruppe gebildet. Um die genauen
Tatabläufe umfassend rekonstruieren zu können, bittet die Polizei um
Mithilfe der Bevölkerung. So werden Taxifahrer gesucht, die nach
Mitternacht Beobachtungen im Bereich des „Schauhaus“ gemacht oder
Personen aus der Innenstadt in Leipziger Krankenhäuser gefahren haben.
Des Weiteren wird der Mann gesucht, der den Einlassdienst in der
Discothek „Mia’s“ veranlasste, vor Abgabe der Schüsse die Tür zu
schließen. Zeugen, die Hinweise zum Sachverhalt geben können, melden
sich bei der Kriminalpolizei Leipzig, Dimitroffstraße 1 in 04107
Leipzig oder unter der Telefonnummer (0341) 9664 6666.
Anne Sturm, LVZ-Online
Weitere Berichte über die Ausschreitungen lesen Sie in der Leipziger Volkszeitung vom 10. März oder im E-Paper.
NPD will am kommenden Samstag (15.03.08) in Leipziger Innenstadt auflaufen!
Wie nicht anders zu erwarten, wollen die Rechtsradikalen der Region den
Leipziger Türsteher-Streit politisch für sich ausschlachten. Sie rufen
für Samstag, den 15.3. zu einem Aufmarsch in der Leipziger Innenstadt
auf. Treffpunkt soll 11 Uhr am Augustusplatz vor der Oper sein, Thema
der Neonazis: Hetze gegen Migrant/-innen.
Dabei mobilisieren NPD und „Freie Kräfte“ in Leipzig erstmals gemeinsam
zur selben Veranstaltung. Das heißt, es wird sowohl innerhalb der
sächsischen NPD für den Aufmarsch geworben als auch auf den Seiten des
„Freien Netzes“. Wie erst neulich auch vom sächsischen
Verfassungsschutz bestätigt, reicht die Mobilisierungskraft dieser
Neonazi-Vernetzung von Delitzsch über Leipzig, Borna und Altenburg bis
nach Chemnitz und Hof. Am Aufmarsch der „Freien Kräfte Leipzig“ am
12.1. in Leipzig nahmen mehr als 300 Neonazis teil, u.a. auch aus
Berlin, Sachsen-Anhalt und Bayern.
(weiter)
Pressemitteilung des Conne Island
==Pressemitteilung==
Leipzig, den 11. März 2008
********************************************************************
Conne Island fordert Absage der Veranstaltungen des Antaios Verlages
********************************************************************
Seit mehreren Jahren bieten die Leipziger Buchmesse und ihre
OrganistorInnen Rechtskonservativen Verlagen und AutorInnen eine
Plattform für deren Inhalte.
Mit den Veranstaltungen "Deutsche Opfer", "Gewalt gegen Deutsche und
das mediale Schweigen" und "Linke Gewalt. Der kurze Weg zur RAF" mit
Verlagschef Götz Kubitschek und Autor Bernd Rabehl wird auf der
diesjährigen Messe für Literatur jedoch eine neue Qualität von
rechtspopulistischen, breitenwirksamen Aktivitäten erreicht.
Deshalb fordert das Conne Island, auch als Veranstaltungsort der
Leipziger Buchmesse, die Absage dieser Veranstaltungen.
Nach einem Interview mit dem NPD-Presseorgan ?Deutsche Stimme?, in dem
Bernd Rabhel u.a. die Motive für die israelische Staatsgründung mit
der Gedankenwelt des ehemaligen NPD-Vorsitzenden Adolf von Thadden
verglich, wurde er aus dem Lehrkörper des Otto Suhr-Instituts der FU
Berlin ausgeschlossen.
(weiter)