Verhandlung am Amtsgericht Leipzig gegen Herrn Repaczki
Mittwoch 11Uhr - Verhandlung wird fortgesetzt
Am Mittwoch, 23.07.08, wird die Verhandlung gegen den Vorzeige-Arier Istvan Repaczki, oder wie ihn Frank Döring (LVZ) nennt: den schmalen Rechtsextremisten, am Amtsgericht in der Bernhard-Göring-Straße fortgesetzt. Da er am letzten Donnerstag sich nicht so recht allein in den Leipziger Süden traute, ist auch diesmal davon auszugehen, dass er seinen Volkskörper als Anhang einpackt und somit erneut diverse Leipziger Nazis an Orten rumstrauchen, an denen sie absolut gar nichts verloren haben! Die Verhandlung beginnt um 11:00.
Dass der Herr Repaczki nicht allein am Start sein wird, und uns alle mit einem lustigen Tag versorgt, belegt zumindest die Mobilisierung auf den Seiten des "Freien Netzes Leipzig"...
++PRESSEINFORMATION++
++22.7.08++
Regional - Lokales
zur sofortigen Vorlage bei der zuständigen Redaktion
Leipzig: Naziaufmarsch in Südvorstadt erwartet
Am morgigen Mittwoch findet um 11 Uhr am Leipziger Amtsgericht die
Fortsetzung einer Verhandlung gegen Istvan Repaczki, Kader der "Freien
Kräfte Leipzig" (FKL) statt.
Da die "FKL" den Termin mittlerweile auch auf ihrer Website öffentlich
bewerben, geht die Antifa-Recherche-Gruppe Leipzig aller bisherigen
Erfahrung nach davon aus, dass Repaczkis "Kameraden" eine Unterstützung
von deutlich mehr als 50 Nazis mobilisiert haben. Es ist auch
anzunehmen, dass sie versuchen werden, einen Aufmarsch durch den
Stadtteil durchzuführen, sei es auf dem Weg zum oder vom Gericht.
Bereits am ersten Verhandlungstag waren ca. 40 Schläger der "FKL" im und
vor dem Amtgericht präsent und hatten sich auf körperliche
Auseinandersetzungen vorbereitet. Mit Unterstützung von Vertretern eines
Leipziger Motorrad-Clubs bedrohten sie Passant/innen, die sie für Linke
hielten, und warfen später Steine und Flaschen.
Repaczki muss sich wegen Beleidigung verantworten. Bei dem betreffenden
Vorfall war er bei einem der etlichen Nazi-Angriffe auf das Grünauer
Jugendzentrum "Bunte Platte" anwesend und hatte unter anderem eines der
Opfer als "genetischen Dreck" bezeichnet. Die Verhandlung am Mittwoch
wurde zur Anhörung eines noch ausstehenden Zeugen angesetzt.
Arne Lukacs
Antifa-Recherche-Gruppe Leipzig
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19 Juli, 2008 07:35
Überfälle in Rochlitz (Kreis Mittweida)
Nazis versuchen "Alte Schmiede" in Rochlitz abzubrennen und überfallen kurz darauf linke Wohngemeinschaft
Am Donnerstagabend wurden in Rochlitz zwei Brandsätze auf das Dach des Jugendclubs "Alte Schmiede" geworfen. Ein Abbrennen des alternativen Treffpunkts konnte von anwesenden Besucher_innen mit Feuerlöschern verhindert werden. Vielleicht aus Frust über den misslungenen Anschlag wurde kurz danach eine Wohngemeinschaft überfallen, eine Person wurde dabei verletzt. Die Angreifer konnten durch Anwesende zurückgedrängt werden.
Kurze Zeit später nahm die Polizei an einer Tankstelle sieben Personen (17 bis 24 Jahre alt) aus der lokalen Nazi-Szene fest. Dabei wurde eine Schreckschusspistole sichergestellt. Die Staatsschutzabteilung der PD Chemnitz sowie die Soko Rechtsextremismus nahmen die Ermittlungen auf.
Pressemeldungen:
Freie Presse
LVZ
Polizeibericht PD Westsachsen 17.07.08
Versuchte Brandstiftung
Naunhof. Drei unbekannte Täter hielten sich am 16.07.2008, gegen
22.55 Uhr, auf dem Zufahrtweg zu einem Wohnheim der Lebenshilfe
(geistig und körperlich Behinderte) auf. Sie entzündeten mehrere
Stückchen Kohlenanzünder. Damit überstiegen sie den Zaun und liefen in
Richtung Heim. Als er durch einen Zeuge überrascht wurde, warf einer
der Unbekannten den Anzünder in den Teich. Anschließend flüchteten die
Täter unter „Sieg Heil" rufen. Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen
aufgenommen.
[ Allgemein
, Naziaktivität
, Antifa
]
18 Juli, 2008 15:21
Verhandlung am Amtsgericht Leipzig gegen Istvan Repaczki (17.07.08)
"Genetischer Dreck, sowas wie Euch hätte man früher ins KZ gesteckt."
Der lokale Vorzeige-Arier Istvan Repaczki steht derzeit als Angeklagter vor dem Amtgericht Leipzig. Bei einem Überfall auf das AJZ Bunte Platte in Leipzig Grünau im vergangenen Jahr soll er eine junge Frau mit den Worten "Genetischer Dreck" und "Sowas wie Euch hätte man früher ins KZ gesteckt" beschimpft haben. Die Verhandlung wurde nach gut zwei Stunden vertagt, da ein Zeuge fehlte.
Repaczki traute sich jedoch nicht allein in die Südvorstadt, sondern nahm lieber gleich seinen gesamten verfügbaren Volkskörper, bestehend aus Lok-Hools (lt. indymedia Blue Caps und Red Devils) und FKL'ern mit. Natürlich haben auch hier die Herren Fischer, Weithase und Naumann nicht gefehlt. Ca. 30 bis 40 Nazis waren insgesamt am Start und bekamen einen herzlichen Willkommensgruß durch diverse Antifas. Nach beidseitigen Wurfübungen mit Flaschen, Gemüse und Steinen sowie diversem Pfeffernebel schritt team green ein und beide Gruppen entfernten sich. Die Nasen fuhren später mit der Linie 60 in Richtung Reudnitz ab.
Auf der Leipziger Seite des Freien Netzes feiern sich die Nasen für "... Selbstschutz und Kameradenhilfe".
Nun ja, die Verhandlung wird fortgesetzt...
UPDATE:
Die Verhandlung wird am nächsten Mittwoch, den 23. Juli fortgesetzt! ;o)
Pressemeldungen:
Polizeibericht 17.07.08
LVZ 18.07.08
[ Allgemein
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18 Juli, 2008 15:20
Veranstaltungshinweis Ladenschlussbündnis 21.07.08 - 19Uhr
Einladung zum gemeinsamen Aktionstag
Das Bündnis Ladenschluss lädt
zu einem gemeinsamen Aktionstag für grenzenlose
Entfaltungsmöglichkeiten _ ohne Nazis, rechten Lifestyle, Rassismus und
Antisemitismus am 28. August 2008 in der Leipziger Innenstadt ein.
Am selbigen Tag fällt das Urteil im
Prozess um die Ladenkette “Tonsberg” in der Richard-Wagner-Straße vor
dem Landgericht Leipzig. Nachdem bereits am 3. Juli keine Einigung bzw.
kein Ergebnis zwischen dem Kläger, der Firma Immovaria aus Berlin und
dem “Thor Steinar” Betreiber Mediatex GmbH erzielt werden konnte, soll
dies nun am 28. August geschehen.
Wir haben uns dazu
entschlossen das bisherige Konzept, derartige Ereignisse, sowie den
Laden allgemein mit Protesten in direkter Nähe zu begleiten, zu
erweitern. Für den 28. August planen wir, entgegen der bisherigen
Fokussierung auf die Marke “Thor Steinar” sowie rechten Lifestyle,
einen vielfältigen, kreativen Aktionstag gegen nationalsozialistische,
völkische Ideologie und auch “subtile” nationalistische, rassistische
und antisemitische Einstellungen in der Gesellschaft. Zwar gibt es ein
öffentliches Problembewusstsein in Sachen Thor Steinar und der
gewachsenen Nazi-Aktivierung in Leipzig - dieses schlägt sich
allerdings kaum in Praktischem nieder. Wir denken, dass es wichtig ist,
öffentlich gegen Nazis und rechte Einstellungen aufzutreten, kritisch,
kreativ und zahlreich!
Bisher diskutiert wurde u.A. eine
Kundgebung mit Programm (Redebeiträgen, evtl. Diskussionen und
Veranstaltungen, auch Konzert) in der Innenstadt (evtl. Markt oder
Nikolaikirchhof). Ziel ist es möglichst offensiv und allgegenwärtig
Menschen zu informieren, Aktionen zu den Themen durchzuführen und eine
kreative Mischung linker Agitation darzustellen.
Wir wollen euch herzlich zu einem
Vorbereitungs- und Diskussionsabend am Montag, den 21. Juli um 19 Uhr ins Linxxnet, Bornaische Str. 3d
einladen. Dort wollen wir dann verschiedene Möglichkeiten diskutieren und Planung sowie Logistik miteinander besprechen.
Jüdische Allgemeine 17. Juli 08 (Nr. 29/08)
Belästigung in Leipzig
In Leipzig ist es am Wochenende zu rechtsextremen Zwischenfällen gekommen. Am Sonntagmorgen rief den Angaben zufolge ein 20-jähriger in der Innenstadt "Sieg Heil" und zeigte dabei den Hitlergruß. Am Samstag hatten zwei Männer und zwei Frauen im Stadtteil Reudnitz versucht, Autos anzuhalten und dabei ebenfalls "Sieg Heil" gerufen. Es werde gegen fünf Verdächtige ermittelt, teilte die Polizei mit. dpa
Amal Chronik vom 17. Juli 08
Übergriff bei Stadtfest in Falkenhain (MTL)
Falkenhain/ OT Kühnitzsch (Muldentalkreis)
Während und nach dem traditionellen Teichfest provozierten und schlugen
mehrere mutmaßliche Rechte, die zum Teil bekannt sind, Gäste und
Einwohner. Die informierte Polizei soll Platzverweise ausgesprochen
haben, nahm allerdings Warnungen der Veranstalter, dass die sich
kurzzeitig entfernten Angreifer sicherlich wiederkämen, nicht ernst.
Zudem, so beschreiben es Zeugen, machte sich mindestens einer der
Rechten über die anwesende Polizisten lustig. Ein anderer drohte damit,
"seine Freunde" als Verstärkung zu holen. Die Rechten kamen in den
frühen Morgenstunden nochmals wieder und schlugen und traten daraufhin
auf mehrere noch anwesende Gäste ein. Einer Frau traten sie dabei in
den Unterleib, so dass diese kurzzeitig mit Schmerzen auf dem Boden
liegen blieb. Einen anderen Bürger jagten sie durch das Dorf und
schlugen auch brutal auf diesen ein. Er erlitt Hämatome im
Gesichtsbereich. Weitere Betroffene wurden am Körper und im Gesicht
verletzt. Über den Vorfall gab es seitens der Polizei keine Meldung.
Bereits in den vergangenen Jahren gab es immer wieder Angriffe durch
Rechte auf Gäste des Festes.
Quelle: ZeugInnen
Polizeibericht PD Leipzig 15.07.08
Angriff auf vietnamesische Familie in Gohlis
Am Montagabend, gegen 21.00 Uhr, entlud eine deutsche Familie (Vater:
50, Mutter: 47, Kinder: w/14; m/9) vietnamesischer Herkunft ihre
Einkäufe aus dem Auto und trug die Lebensmittel in das Wohnhaus an der
Georg-Schumann-Straße. Zufällig kamen in diesem Moment zwei Angetrunkene
(19/26) mit einem Hund vorbeigelaufen. Diese folgten dem Familienvater
in den Hausflur. Hier verlangten sie nach Bier und beschimpften die
Anwesenden mit Begriffen wie "Fidschi". Der 50-jährige Familienvater
drängte die beiden Männer nunmehr auf die Straße. Hierbei schnappte der
Hund nach ihm und verursachte eine Bisswunde an der Hüfte. Der
50-Jährige musste anschließend ambulant behandelt werden. Parallel
schlug der 26-Jährige auf den Kopf und gegen den Rücken der Mutter. Die
laute und handfeste Auseinandersetzung alarmierte den 21-jährigen Sohn
der Familie. Er hielt sich zuvor in der Wohnung der Familie auf und lief
dann nach unten. Mittlerweile hatte sich die Auseinandersetzung auf die
Straße verlagert, wo der 21-Jährige seinem Vater half. Jetzt forderte
der 26-Jährige den Hund explizit zum Beißen auf. Prompt schnappte dieser
nach dem Sohn und fügte ihm Bisswunden am Bauch und am rechten
Oberschenkel zu. Auch er bedurfte hernach ambulanter Versorgung. Die
beiden Kinder (9/14) wurden nicht angegriffen.
Als kurze Zeit später Polizeibeamte eintrafen, hatten sich die beiden
Angetrunkenen bereits entfernt. Sie konnten aber noch in der Nähe
gestellt werden. Bei ihnen ergab ein Vortest eine nicht unerhebliche
Alkoholbeeinflussung von jeweils über 2,00 Promille Atemalkohol.
Während der Verbringung zum Streifenwagen rief der 26-Jährige "Sieg
Heil" und bezeichnete die Beamten als "Arschlöcher" und "Nazis". Das die
Kombination des Ausrufs und der letztgenannten Beleidigung eigentlich
keinen Sinn ergab, scheint ihm entgangen zu sein. Bis zur Vernehmung am
heutigen Vormittag verblieben beide Täter im Zentralen Polizeigewahrsam.
Die geringe Tatbeteiligung des 19-Jährigen -- bis auf einen Stoß gegen
die 47-jährige Mutter hielt er sich aus dem körperlichen Angriff heraus
-- bedingte, dass er nach der Beschuldigtenvernehmung wieder auf freien
Fuß gesetzt wurde. Gegen seinen älterer Kumpan beantragte die
Staatsanwaltschaft hingegen Haftbefehl. (Vo/Loe)
Quelle: Polizei Leipzig
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12 Juli, 2008 05:05
Jungle World Nr. 28, 10. Juli 2008
Junge Mode in Flecktarn
In Leipzig verhandelt das Landgericht die Räumungsklage gegen eine
Filiale der Firma Mediatex. Diese stellt die Bekleidungsmarke »Thor
Steinar« her, die bei Rechtsextremen sehr beliebt ist. Uwe Meusel, der
Geschäftsführer der Firma, möchte sich in der Öffentlichkeit jedoch als
unpolitischen Geschäftsmann darstellen.
Schon vor dem Eingang des Justizgebäudes war klar, dass es keine
normale Verhandlung der Zivilkammer werden würde. »Time to say
goodbye«, stand auf einem Transparent des Leipziger Bündnisses
»Ladenschluss«, die Polizei war in großer Zahl anwesend, und wer ins
Gericht wollte, musste eine Sicherheitsschleuse passieren. Der Saal war
trotzdem überfüllt, nicht nur wegen der Mitglieder des Bündnisses,
sondern auch wegen der zahlreichen Journalisten und Journalistinnen.
Gegenstand der Sitzung war die Klage auf Räumung des Ladenlokals in
der besten Lage der Leipziger Innenstadt, das Uwe Meusel, der
Geschäftsführer der Textilienfirma Mediatex, im vergangenen Jahr von
der Immovaria Beteiligungen AG für drei Jahre gemietet hatte. Immovaria
hatte den Mietvertrag im Oktober, kurz nach der Eröffnung des Ladens,
angefochten, da Meusel die Vermieter über die wahre Natur des
Sortiments getäuscht haben soll: Im vorgelegten Verkaufskonzept sei
nur von »Young Fashion« die Rede gewesen, und weder die Marke »Thor
Steinar« noch die mit ihr verbundene Klientel sei erwähnt worden. Noch
kurz vor der Eröffnung war ein Schild im Schaufenster zu sehen, das
schlicht für Mode in »Übergrößen« warb. Was es wirklich mit »Thor
Steinar« auf sich hat, erfuhren die Vermieter recht schnell wegen der
großen Proteste. Eine Vielzahl von Demonstrationen und Kundgebungen
sorgte regelmäßig für einen Ausnahmezustand vor dem Gebäude, mehrfach
wurden die Scheiben eingeworfen, der Anwalt von Mediatex berichtete von
Anschlägen mit Buttersäure.
In der Gerichtsverhandlung erklärte sich der Anwalt Meusels
auf die Frage der Richterin, ob doch noch ein Vergleich zwischen den
Parteien möglich sei, dazu bereit, den Mietvertrag aufzulösen – gegen
eine Entschädigung von 200 000 Euro. Die Vertreter der Immobilienfirma,
ein Vorstandsmitglied und eine Rechtsanwältin, baten um eine Pause.
Nach einigen Telefonaten vor der Tür gaben sie dann aber an, dass eine
gütliche Einigung zurzeit nicht möglich sei.
Zwar will Immovaria den gegenwärtigen Zustand so schnell wie möglich
beenden, aber eben nicht zu jedem Preis. Dabei hatten die Vertreter der
Firma einen interessanten Vorschlag zur Lösung des Problems
unterbreitet: Da die Ursache für die Probleme ja in der unter rechten
Jugendlichen so beliebten Marke »Thor Steinar« läge, könne Meusel doch
aufhören, die Marke zu vertreiben.
Der Vorschlag sorgte für Heiterkeit im Publikum. Denn das
Geschäftsmodell und der Erfolg von Uwe Meusels Firma beruht allein auf
der Marke »Thor Steinar«: Ein zumindest diffus
völkisch-nationalistischer Kundenstamm wird mit Mode versorgt. Die
Symbolik auf der Kleidung ist dazu geeignet, auf das Weltbild der
Kundschaft zu verweisen, bleibt aber immer auch zweideutig genug, um
nicht zum Gegenstand der strafrechtlichen Verfolgung zu werden.
Uwe Meusel hat sich bisher nicht davon distanziert, dass die
Mehrheit der Käufer seiner Produkte offenbar am rechten Rand zu finden
ist. Firmen wie Lonsdale oder Fred Perry taten das. Sie hatten als
Reaktion auf ihre Beliebtheit in der Naziszene klargestellt, nichts mit
ihr zu tun haben zu wollen. Sie stellten die Belieferung bekannter
Naziläden ein und unterstützten antirassistische Kampagnen.
Mediatex scheint hingegen sehr genau darauf zu achten, wie sich
andere über die Firma äußern. So wies Meusels Vertreter in Leipzig die
Anwältin von Immovaria zurecht, sie solle vorsichtig sein mit der
Behauptung, »Thor Steinar« würde vor allem von Rechtsextremisten
gekauft. Wohl nicht zuletzt deshalb fallen die Formulierungen in der
gerade erschienenen Aufklärungsbroschüre »Investigate Thor Steinar«
bemerkenswert vorsichtig aus. Dennoch ergab die detaillierte
Untersuchung des Mediatex-Sortiments Folgendes: »Nahezu durch das
gesamte Sortiment zieht sich eine ideologische Anlehnung an
Nationalsozialismus, Kolonialismus, völkisch-mythologische
Begebenheiten sowie Gewaltdarstellungen.« Die Beispiele reichen vom
Flecktarn-Muster, das sich an SS- und Wehrmachtsuniformen orientiert,
über das vom NPD-Funktionär Jürgen Rieger patentierte,
heidnisch-antichristliche Symbol eines Adlers, der einen Fisch in den
Klauen hält, bis hin zum Slogan »Ski Heil«.
Das ursprüngliche, auch als SS-Rune lesbare Logo von »Thor Steinar«
wurde zwar erst nach der Einleitung eines Verfahrens wegen des
Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen durch ein
harmloseres Symbol ersetzt. Im Lauf der vergangenen Jahre hat es bei
Mediatex jedoch einen Hang zum Unverfänglicheren gegeben, wie die
Autorinnen und Autoren der Broschüre schreiben: »Ohne plakative,
explizite Verweise auf rechte und völkische Inhalte«, sondern durch die
Verwendung mehrdeutiger Bezüge und die Nutzung neuer Stile wende sich
»Thor Steinar« auch an andere Käuferkreise.
Gemessen am wirtschaftlichen Erfolg der Firma, die ihren Sitz in
Zeesen in Brandenburg hat, ist die Größe der bisherigen Kundschaft aber
offenbar ausreichend. Zumindest für Meusel scheint es sich gelohnt zu
haben. Stolz führte er in der vergangenen Woche einen Reporter der
Märkischen Allgemeinen Zeitung durch den Rohbau seiner Villa im
brandenburgischen Königs Wusterhausen, um zu beweisen, dass er nur ein
privates Eigenheim, aber kein NPD-Schulungszentrum plane. Das Haus wird
freilich über einen eigenen Eingang für das Kindermädchen und ein
Wohnzimmer mit einer Fläche von 80 Quadratmetern verfügen.
Es ist Uwe Meusel bislang dennoch nicht gelungen, sich als
unpolitischen Geschäftsmann darzustellen, und ebenso wenig wird »Thor
Steinar« als harmlose Kleidungsmarke angesehen. Das ist sicherlich das
Verdienst der verschiedenen Kampagnen, die sich bundesweit gegründet
und dafür gesorgt haben, dass etliche Läden wieder schließen mussten.
Das »Ladenschluss«-Bündnis in Leipzig verlasse sich zurzeit jedoch vor
allem auf das Landgericht, sagt die Sprecherin Juliane Nagel. Ob die in
die Justiz gesetzte Hoffnung berechtigt ist, entschied sich jedoch
nicht am ersten Verhandlungstag. Das Urteil des Landgerichts soll erst
am 28. August verkündet werden. In einem ähnlichen Verfahren gegen eine
»Thor-Steinar«-Filiale in Magdeburg wird das Oberlandesgericht Naumburg
im Oktober über die Berufung verhandeln. Mehrere andere Geschäfte in
Leipzig, die die Marke aus Zeesen im Sortiment hatten, haben
mittlerweile geschlossen oder den Verkauf von »Thor Steinar«
eingestellt.
Arthur Leone
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30 Juni, 2008 21:03
npd-blog.info 30.06.08
- Wurzen -
Angriff durch mutmaßlich Rechte nach EM-Finale
Nach der Übertragung des EM-Finales Deutschland gegen Spanien am 29.
Juni 2008 im Kulturkeller in D5 in Wurzen sind nach Angaben des NDK
Wurzen Gäste der Veranstaltung durch mehrere Jugendliche geschlagen und
verletzt worden. Gegen 23.00 Uhr lief demnach eine Gruppe von bis zu 30
Personen aus Richtung Domgasse auf den Domplatz und skandierten
fußballtypischen Sprechchöre. Mindestens einer der Personen rief zudem:
“Ich denke hier sind Zecken!”, was darauf schließen lässt, dass die
Gruppe dem rechten Spektrum zuzuordnen ist und sie vorhatten, die
Veranstaltung zu stören und deren Besucher zu bedrohen oder zu
schlagen. Der Großteil der Besucher konnte sich in das Gebäude zurück
ziehen. Zwei Personen wurden jedoch von den Angreifern unmittelbar am
und auf dem Gelände des D5 geschlagen, getreten und verletzt. Die
Polizei wurde verständigt und Strafantrag wegen Körperverletzung
gestellt.
http://npd-blog.info/?p=1857
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30 Juni, 2008 06:57
Leipzig fährt nach Berlin!
- Informations- und Mobilisierungsveranstaltung -
>>Für ein globales Recht auf Migration<<
Gegen Rassismus, soziale Ausgrenzung und Überwachungsstaat Solidarität ohne Grenzen
15 Jahre ist es her, dass das Grundrecht auf Asyl abgeschafft wurde. Doch was genau bedeute das Grundrecht auf Asyl? Weshalb wurde es abgeschafft und was waren/sind die folgen? Wie ist heute die Situation für MigrantInnen in Deutschland und in der EU? Auf dies Fragen versucht die Informationsveranstaltung antworten zu geben. Zu Wort kommen sollen Menschen, die sich seit Jahren mit der Thematik beschäftigen, genauso wie diejenigen die aus unterschiedlichen Gründen nach Deutschland gekommen sind und mit der jetzigen Situation, wie zum Beispiel Rechtlosigkeit, Abschiebung und Abschiebelagern zu kämpfen haben. Des weiteren wird es Informationen zur der bundesweiten Demo in Berlin zur 15 jährigen Abschaffung des Asylrecht, mit dem folgenden Motto geben:
Für ein globales Recht auf Migration
Gegen Rassismus, soziale Ausgrenzung und Überwachungsstaat Solidarität ohne Grenzen!
Infoveranstaltung: Im Conne Island am 1.7.08 um 18.30Uhr
Die
Demo in
Berlin beginnt um
14Uhr, Abschlusskundgebung (17uhr) mit Konzert: "Anarchist Academy" (HipHop aus Lüdenscheid), "Die Ciaoceskos" (Ska-Punk aus Potsdam), Koljah, Tai Phun und NMZS - L'Avantgarde/Anti-Alles-Aktion (HipHop aus Göttingen/Düsseldorf)
Wem das immer noch nicht genug ist,der kann ja abends in Berlin noch auf die Soliparty in die Köpi gehen.
Köpi 21Uhr “Bleiberecht überall“ mit:
Keller (Elektro):
Mr. Ties (MFE), Jean Ferré (Barfuss), YokoFono (DDR/FKK), tiA (://about blank), Kol-Jah (Sumpfblüten, ://about blank), Ritschko, Klick (4augenvögeln).
Keller (Hiphop):
"Conexion Musical", "Schlagzeiln", "Monkey Mob".
AGH (Punk):
"Free Yourself" (Griechisch-kölnischer Melodie HC aus Köln) und "Partiya" (Anarcho-Punk aus Belorussland). Anschließend Ska-Mucke.
Bitte Termine merken,weiterleiten und vorbei kommen!
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26 Juni, 2008 06:23
Dresden/Chemnitz/Leipzig nach dem Halbfinale
Beschämende Nachspielzeit? Fremdenfeindliche Ausschreitungen.
Gebt ihnen zwei Wochen Fähnchen in die Hand, laßt elf Leute mit dem gleichen Pass guten Fußball spielen und schon geht's wieder los. "Beschämende Nachspielzeit" nennt die Pressestelle der PD Dresden, was gestern Abend nach dem Halbfinalspiel in Dresden abging: Laut Welt-Online begannen nach Ende des Spiels 20 bis 30 dunkel bekleidete Unbekannte hintereinander drei Imbisse anzugreifen. Die Fensterscheiben wurden eingeworfen, Knallkörper gezündet, eine Türkische Fahne verbrannt. In zumindest zwei Geschäften wurden die anwesenden Betreiber_innen gleich mit attackiert. Rund 200 Polizisten waren nötig, um den Exzess zu beenden, elf Personen wurden festgenommen. Jedoch war nach Polizeiangaben kein Mitglied der anführenden Gruppe darunter. Der bittere Teil: es handelte sich nicht um Bratwurststände, sondern um Dönerläden. Und ein ganzer Mob an Gaffern und Zuschauern zog gleich mit und ergötzte sich am Anblick. Die Polizei schaffte es aber in ihrer Pressemitteilung nicht, die Angriffe als das zu bennen, was sie waren - das Ausleben übelster Ressentiments.
Mügeln in Dresden während der Europameisterschaft? Kühe, Schweine, Ostdeutschland!
Nach der Hetzjagd auf mehrere Menschen nichtdeutscher Herkunft (!), war der Aufschrei in der medialen Öffentlichkeit nicht zu übersehen. Die ethnisch gezogene Trennlinie zwischen den Akteuren ist das entscheidende Element der Angriffe eines deutschen Dorffest-Mobs auf acht Inder gewesen. Die nicht koschere Auseinandersetzung zwischen den Besucher_innen endete im August 2007 schließlich in einer pogromartige Hetzjagd von rund 50 Deutschen auf 8 Inder.
In Dresden kam es nun, nach dem Spiel Deutschland gegen Türkei (3:2), zu Angriffen gegen Dönerläden und die anwesenden Migrant_innen. Auf zwei Nazi-websites wurde im vorhinein dazu aufgerufen, sich unter das fahnenschwingende Volk zu mischen und innerhalb von fan-meilen für ethnisch motivierte Auseinandersetzungen zu sorgen. Und zunächst scheint diesen Aufrufen auch niemand gefolgt zu sein. Finden sich dann aber wirklich ein paar aktionistische Nazis, ist auch sofort der Mob an Zustimmung und Einvernehmen zu finden, der hinter diesen her trottet und Gewalt gegen Menschen gutheißt!
Bildmaterial (Sächsischen Zeitung, indymedia)
auf indymedia:
Chemnitz und Leipzig
In Chemnitz wurden im gleichen Zeitraum 6 Polizist_innen verletzt und mehrere Polizeiwagen beschädigt, als team green bei nonverbalen Konflikten eingriff.
Zur Verringerung der CO2-Emissionen durch wild umherfahrende und grölende Deutsche - die beseelt waren von der Vorstellung, nicht Ballack und co. haben da gespielt und gewonnen, sondern sie selbst durch ihre gemeinschaftliche Zugehörigkeit - konnten sich Fahrzeuge und Halter am Connewitzer Kreuz nach Ende des Spiels über zwei Stunden lang kostenlos entfahnen lassen.
LVZ-online vom 26.06.08
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25 Juni, 2008 16:04
Antwort der Staatsregierung Sachsens auf Kleine Anfragen
Verfassungsschutz heißt Verfassungsschutz und INEX ist kein Beobachtungsobjekt
- NPD und CDU stellten Kleine Anfragen im sächs. Landtag zu INEX -
NPD 4_Drs_12331_-1_1_3_.pdf
CDU 4_Drs_12345_-1_1_4_.pdf
Das ist die Zusammenfassung der Antwort der sächsischen Staatsregierung auf eine Kleine Anfrage der NPD zum Ausgang einer Veranstaltung in Leipzig mit dem Chemnitzer Professor, Eckhard Jesse.Im Namen der NPD wollte Winfried Petzold von der Landesregierung wissen, wieviele Verletzte es gegeben und welcher Sachschaden bei der Podiumsdiskussion entstanden sei. Weder Verletzte noch Sachschaden habe es gegeben, antwortet der sächsische Innenminister Buttolo und fügt hinzu, dass das "sogenannte" Landesamt für Verfassungsschutz wirklich so heißt. (Angemerkt sei durch das Autor_innen-Kollektiv, dass INEX weder zu "Krawallen" aufgerufen, geschweige denn die Verantwortung für etwas übernommen hat, was so nicht stattgefunden hat. Die Leipziger Volkszeitung hatte entsprechendes berichtet.)
Da die CDU da natürlich der Versuchung ebenfalls nicht entrinnen konnte, stellte sie ebenfalls eine Anfrage. Diese war zwar weniger pathetisch formuliert, brachte aber schlußendlich genauso wenig gewünschte Antworten. Buttolo bestätigt wiederum, dass INEX keinen Anlaß zur Beobachtung durch den Verfassungsschutz bietet und dekonstruiert den Versuch des Antragstellers Christian Piwarz, gegen die Linkspartei zu schießen, denn:
"Das Landesamt für Verfassungschutz Sachsen beobachtet gemäß §§ 2,3 SächsVSG Personenzusammenschlüsse, die Anhaltspunkte dafür bieten, dass sie als Bestrebung gegen die freiheitliche demokratische Grundordnung zu bewerten sind oder solche aktiv sowie ziel- und zweckgerichtet unterstützen. In Sachsen kann das für die Partei "DIE LINKE" nicht festgestellt werden. Sie ist daher auch kein Beobachtungsobjekt des LfV Sachsen."
Die Leipziger Initiative gegen jeden Extremismusbegriff INEX hatte zur kritischen Teilnahme aufgerufen, da Jesse, Vordenker der Neuen Rechten und Vertreter der wissenschaftlich umstrittenen Extremismustheorie zur Verteidigung eben dieser in das Leipziger Schulmuseum geladen war. Interessierte konnten dort nicht nur durch Jesse selbst erfahren, dass die NPD keine Gefahr für demokratische Grundwerte darstellt, sondern auch durch die einleitenden Worte eines Vertreters des Evangelischen Arbeitskreises der CDU/CSU, dass Christen die größte verfolgte religiöse Gruppe der Welt seien und Eva Herrmann nur aufgrund ihres Bekenntnisses zum Christentum sich aus dem TV-Geschäft zurückziehen musste, nicht etwa wegen verharmlosender Äußerungen zur NS-Zeit.
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25 Juni, 2008 15:20
Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichtes Leipzig zu Hess-Gedenkmärschen
'S hat sich ausmarschiert!
Das Bundesverwaltungsgericht Leipzig hat die vorinstanzlichen Entscheidungen zum Verbot des Hess-Gedenkmarsches 2005 am Mittwoch bestätigt. Gleichzeitig erklärte es, die Erweiterung des Paragrafen 130 des Strafgesetzbuches sei mit der Verfassung vereinbar. Danach wird mit bis zu drei Jahren Gefängnis bestraft, "wer öffentlich
oder in einer Versammlung den öffentlichen Frieden in einer die Würde
der Opfer verletzenden Weise dadurch stört, dass er die
nationalsozialistische Gewalt- und Willkürherrschaft billigt,
verherrlicht oder rechtfertigt".
Der Hess-Gedenkmarsch fand jahrelang in Wunsiedel in Bayern statt. Dort liegt der verurteilte NS-Kriegsverbrecher Rudolf Hess seit seinem Tod 1987 begraben. Angemeldet wurde der Nazi-Auflauf zuletzt vom Hamburger Nazi Jürgen Rieger.
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23 Juni, 2008 21:47
Veranstaltungshinweis für Mittwoch, 25.Juni 08 - 19:00
Alte Ziele - Neue Taktik. Antikapitalismus von rechts
Wann: Mittwoch, 25.Juni 08 - 19:00 Uhr
Wo: Erich-Zeigner-Haus, Zschochersche Straße 21, Leipzig
Es gehe um die "Nationalisierung der sozialen Frage", verkündet ein
NPD-Landtagsabgeordneter. Diese inhaltliche Strategie ist inzwischen das
Bindeglied zwischen allen Strömungen der extmen Rechten.
Der Publizist Volkmar Wölk (Grimma) beleuchtet bei einer Veranstaltung
der Bürgerinitiative Lindenau am Mittwoch, den 25. Juni, um 19 Uhr im
Erich-Zeigner-Haus, Zschochersche Str. 21, die Hintergründe dieser
Ideologie. "Es handelt sich nicht lediglich um Demagogie", so Wölk,
"sondern um ein umfassendes Weltbild, in dem die Vision der
Volksgemeinschaft mit Antisemitismus und Antiamerikanismus verknüpft
wird. Globalisierungskritik wird zugleich nationalistisch gewendet."
Da es sich um eine Diskussionsveranstaltung über die extme Rechte
handelt, weisen die Veranstalter darauf hin, dass den Anhänger keinen
Zutritt haben.