[ Allgemein , Naziaktivität ] 28 August, 2008 10:07

LOK-Fans sichern ihrem Verein das Nazi-Image

Nach dem Spiel Bremen gegen LOK am Mittwoch (27.08.08) zogen bis zu 300 LOK-Fans im Waldstraßenviertel Richtung Straßenbahn und skandierten dabei die dezidierte Nazi-Parole "Todesstrafe für Kinderschänder". Der Anlaß scheint die fortlaufende Instrumentalisierung der Tötung einer 8jährigen in Leipzig-Reudnitz gewesen zu sein.

[ Allgemein , Naziaktivität , Umland ] 27 August, 2008 16:24

CDU in Nordsachsen will mit NPD zusammenarbeiten - Regionalausgabe der LVZ druckt unkommentiert Pressemitteilung der NPD

- es wächst zusammen, was zusammen gehört - 

 Laut Meldungen von Spiegel-Online, NPD-Blog.info und taz kocht die Braune Suppe in Nordsachsen derzeit mal wieder ordentlich auf. Der Fraktionsvize der CDU-Fraktion im Kreisparlament Nordsachsen positionierte sich folgendermaßen zu vier neuen NPD'lern im Parlament: "Nein, Anträge der NPD werde ich nicht einfach ablehnen, nur weil die NPD sie stellt" und bekräftigt, dass die NPD ja schließlich eine demokratisch gewählte Partei sei.

Unterdessen hat die Torgauer Zeitung, ein Regionalblatt der Leipziger Volkszeitung ungekürzt und unkommentiert eine komplette Pressemitteilung der NPD abgedruckt. Als Erklärung: der verantwortliche Redakteur sei überarbeitet gewesen und der, der sich in Sachen Rechtsextremismus auskenne, war zu der Zeit im Urlaub...

[ Allgemein , Naziaktivität ] 27 August, 2008 14:00

Von erhöhtem Demonstrationsaufkommen, dem Bürgermob und gefährlichen Unsicherheiten.

Geschafft. Immerhin. Nachdem die Zeit verstrich und selbst der Landesvorstand der Linken in Sachsen ihn darauf hinweisen musste, äußerte sich der oberste Bürger der Stadt, Burkhard Jung, am Dienstag zum massiven Nazi-Aufkommen nach dem Auffinden des getöteten Mädchens. Ebenso wie Pfarrer a.D. Christian Führer und Staatskanzleichef Johannes Beermann verurteilt er die Instrumentalisierung und bittet um Vertrauen in die ermittelnden Beamten (LVZ vom 27.08.08). Zudem verweisen die beiden letztgenannten auf die "Tradition der Montagsdemonstrationen" in Leipzig und verbitten sich eine Vereinahmung. Auf lokaler Ebene schaffte es bisher allerdings nur die Leipziger Internetzeitung, einen Kontext herzuleiten aus der sozialen und wirtschaftlichen Situation in den Stadtteilen Reudnitz, Anger-Crottendorf und Volkmarsdorf, dem massiven Instrumentalisieren der Situation durch Nazis und der Erscheinung eines wütenden, erschreckenden und abstoßenden Bürgermobs.

Dieser Bürgermob soll nun jeden Montag in Erscheinung treten, als Montagsdemonstration von der Schule in der Martinstraße bis zum Augustusplatz ziehen und nach eigenem Bekunden Druck ausüben. Auf wen? Auf die Staatsregierung in Dresden. Denn die müsse ja jetzt nun endlich mal was machen: für mehr Sicherheit auf den Straßen sorgen, die ganzen Sexualstraftäter wegsperren (oder am besten gleich schlachten, wenn es nach dem Willen einiger Nazis gehen würde) und überhaupt, "die da oben" müssten sich doch endlich mal von von ihren platten und vollgefressenen Hintern erheben. Dass "die da oben" in Dresden recht wenig mit Strafgesetzgebung zu tun haben, scheint der "Bürgerinitative aus Anwohnern und Betroffenen" ein bissl wie entgangen zu sein. Aber immerhin, da scheint ein Adressat gefunden, auf den Frust und Hilflosigkeit projeziert werden können. Und Montags auf die Straße zu gehen, das war in Leipzig schon immer schick, und im Fernsehen kommen eh um die Zeit nur die ewig gleichen Serien. Mit dem Vergehen an einem kleinen Mädchen hat das alles recht wenig zu tun. Zwar stehen massiv Kerzen und Plüschtiere und Bilder an der Schule, die Demonstrationen, die bisher stattgefunden haben, forderten jedoch nichts anderes als härtere Strafen bzw. die Todesstrafe für Kinderschänder. Dass eine Strafrechtsverschärfung im Allgemeinen äußerst selten einen Kriminalitätsrückgang nach sich zog, das gehört ebenfalls in die Tüte mit Fakten, die im Leipziger Osten wohl niemand öffnen möchte. Schließlich muss man ja was machen, man ist ja immerhin das Volk. Und genau an der Stelle klackt es bei jedem Nazi, denn wo das Volk ist, da muss der auch hin. Und wer kein Selbstbewußtsein hat, der ist sich zumindest seiner Volkszugehörigkeit bewußt.

 Der Umgang mit der Situation ist heikel, das Themenfeld mehr als brisant. So sehr, dass es einige Tage dauerte, bis sich die üblichen Verdächtigen äußerten, wohl in der Hoffnung, das Reudnitz nur mal wieder kurz braun aufflackert und dann wieder Ruhe gibt. Und niemand scheint die Lösung an der Hand zu haben, wie mensch sich einer Frau Thalheim und Nazis entgegentreten kann, die ja eigentlich im Namen einer getöteten 8jährigen marschieren. Am Dienstagabend trafen sich fast alle Bürgerinitiativen, die sich der Naziproblematik verschrieben haben, um ein gemeinsames Vorgehen zu planen. Bei der geplanten Vorgehensweise darf einem ruhig mal der Hals platzen: der Distanzierung von der Todesstrafe durch Simone Thalheim folgend (sie war Anmelderin am Montag), möchte man das Gespräch mit ihr suchen. Und sollte sich herausstellen, dass die Frau Thalheim nun plötzlich doch ein Problem mit Nazis hat (sie äußerte, dass sie "... keine Probleme mit den Rechten hätte, selbst nun aber auch nicht rechts sei."), dann wolle man sich der Kundgebung anschließen, um Nazis damit den Agitationsraum zu nehmen. Wenn nicht, dann allem Anschein nach eine eigene Veranstaltung im Nikolai-Kirchhof ansetzen.

Kommen wir zurück zur Demonstration vom vergangenen Montag und sehen uns das ganze in 1,2,3,4,5,6 Videos auf youtube an. Selbst wenn sich eine Frau Thalheim ihrer Rechenkünste besinnt und nicht nochmals 200 Nazis übersieht, und selbst wenn sie sich von der Todesstrafe distanziert, dann werden es wohl wieder die gleichen Teilnehmenden sein, die am Montag als Mob durch die Straßen ziehen. Mit plakativen, populistischen und haltlosen Forderungen nach einem Fixpunkt suchend, einem Schuldigen, den man dann lynchen kann, an dem man alles Angestaute loswerden darf.  Auf den bisherigen Demonstrationen in Reudnitz war grundsätzlich die Forderung nach der Todesstrafe zu hören, das mitlaufende Nazivolk war mitnichten zu übersehen, das mehrheitlich vertretene Gedankengut der Teilnehmer tropfte braun in braun. Wer dort mitläuft, und meint, damit das Andenken an ein Kind zu bewahren und die eigene Trauer verarbeiten zu können, dem ist wirklich nicht mehr zu helfen. Und das ist auch kein Raum, den mensch zurückgewinnen möchte. Denn in Reudnitz wächst derzeit zusammen, was zusammen gehört!

Und zum Schluß würzen wir die Fertigmischung "Kühe, Schweine, Ostdeutschland" noch mit ein paar bitteren Zitaten aus der größten "Wir trauern um Michelle"-Gruppe bei studiVZ:

“Am besten ist Schwanz ab und in eine Zelle mit vielen Schwulen setzen.”

“was dieses monster für ne strafe bekommen sollte!??
ihn auf nen stuhl fesseln und grausam quälen,stück für stück sollen solche bestien merken wie es sich anfühlt[..] vernichten klar auf jeden fall aber nicht auf so sanfte art, denn sowas haben solche monster nicht verdient! “

“tötet diese drecksau!!!! mitten auf dem marktplatz steinigen,oder mal den vater der kleinen an den typen lassen!!!!”

“Den Schwanz in Scheiben schneiden und dann ausbluten lassen.”

Nachtrag:

Die Eltern des Mädchens haben sich über ihre Anwältin laut einem Artikel auf Spiegel-Online und einem Artikel in der LVZ geäußert. Sie distanzieren sich deutlich von der Vereinnahmung durch Nazis. Und statt zu trauern, darf der Vater nun auch noch auf seinen Schwager einreden, sein "Engagement für's Volk" gefälligst zu lassen. 

[ Allgemein , Naziaktivität ] 26 August, 2008 07:39

 Und noch eine Demonstration in Reudnitz

Am Montagabend haben sich erneut rund 500 Personen "spontan" in Reudnitz versammelt und sind durch Reudnitz gezogen. Auch diesmal tönte wieder die Forderung nach der Todesstrafe und man hätte fast denken können, der entfesselte Bürgermob geht auf Jagd. Beim genauen Hinschauen wurde dann aber schnell klar, dass nicht wenige Nazis sich auf der Demonstration befanden. Neben dem Fronttranspi (diesmal ohne "Freies-Netz"-Signum und Nationalsozialistenwerbung) wurden schwarze Flaggen von sonnenbebrillten Nazis im Autonome-Nationalisten-Style getragen. Zudem stellten sie eine Art Ordnerdienst und choreografierten Sprechchöre ("Todesstrafe für Kinderschänder", "Keine Gnade für Kinderschänder") sowie Schweigeminuten mittels Megaphonen, teilweise versuchten sie, dass Tragen von Mützen und das Rauchen zu unterbinden. Und wieder kam das halbe "Freie Netz" aus dem 200k-Umkreis angerollt, um mit Istvan auf die Straße zu gehen und diesmal mit versuchsweise reduzierter Nazi-Optik Brücken zu schlagen.

Die Anmeldung erfolgte diesmal nicht durch Nazi-Onkel Istvan, sondern neutraler durch Simone Thalheim, ihres Zeichen Vertreterin einer Initiative aus Eltern und Anwohnern. Sie bestätigte gegenüber der LVZ die Teilnahme von rund 100 Nazis und gab an, aufkommende Sprechchöre mit der Forderung nach der Todesstrafe unterbunden zu haben. Dem widersprachen Anwesende, laut denen die Rufe bis zum Ende immer wieder wahrnehmbar waren. Zudem äußerte sie sich gegenüber einem Kamera-Team und sagte, dass sie "keine Probleme mit den Rechten hätte, selbst nun aber auch nicht rechts sei". Ganz offensichtlich hat sie wirklich kein Problem mit Nazis, vielmehr mit dem Zählen: Selbst die Polizei konnte besser addieren und sprach von realistischeren 300 Nazis im Aufzug.

Das Bildmaterial, welches die LVZ online stellte, spricht genauso Bände und belegt beim genauen Hinschauen nicht nur die zahlenmäßige Anwesenheit, auch die koordinierende Funktion, die Nazis während des Aufmarschs einnahmen, sind gut zu erkennen. (Nazis tragen nicht zwangsläufig eine braune, oder schwarze Uniform, sondern kleiden sich teilweise in einem, oftmals nur an dezenten Symbolen zu erkennenden, subkulturellen Style. Zumindest gestern waren Shirts mit der Aufschrift "Todesstrafe für Kinderschänder" und Pullover und Jacken der Marken "Thor Steinar", "H8-Core" und "Erik&Sons" zu erkennen. Zudem gab es die klassische "Glatze" zu sehen und das neue possierliche Tierchen des "Autonomen Nationalisten". Und angemerkt sei, dass sich von diesen Erscheinungen abgesehen, nicht jeder seine politische Standpunkte auf die Stirn malt.)

Die sogenannte Bürgerinitiative kündigte an, von nun an jeden Montag durch Leipzig marschieren zu wollen und dabei sich nicht mehr auf Reudnitz beschränken zu wollen, sondern bis zum Augustusplatz zu ziehen.

Nachdem die Nazis in einem Beitrag von SpiegelTV (natürlich auch hier der Rethoriker Istvan dabei) nicht gerade bejubelt werden, schafft es auch die LVZ zu erwähnen, dass es diese Demonstrationen (1,2,3) gab und ein Großteil der Teilnehmer Nazis waren.

Bildmaterial: Reudnitz 25.08.08

LVZ 25.08.08 - Mordfall Michelle: Wöchentliche Demonstrationen geplant

LVZ 26.08.08 - Reudnitzer planen Montagsdemos und wollen Eltergruppe gründen

LVZ 26.08.08 - Linke: Stadt soll Neonazi-Forderungen entgegentreten - Gegenkundgebung geplant

flohbu.de - Erster Akt: Reudnitzer Montagsdemo

 

 

[ Allgemein , Naziaktivität ] 22 August, 2008 20:02

Erneute Nazi-Demonstration in Reudnitz

Am Freitagabend zwischen 23:00 und 0:30 Uhr sind erneut erneut Nazis durch den Leipziger Stadtteil Reudnitz gezogen. Während sich am zeitweilig bis zu 80 Personen an dem Aufmarsch beteiligten, reduzierte sich die Anzahl der Teilnehmer zum Ende auf 35 bis 40. Wieder einmal musste die populistische Forderung nach der "Todesstrafe für Kinderschänder" als Dauerbrüller herhalten. Diesmal war es allerdings lediglich die Polizei, die sich zu den Nasen  gesellte.

[ Allgemein , Naziaktivität ] 21 August, 2008 18:01

Nazi-Demonstration in Reudnitz

Am frühen Abend des 21.08.2008 demonstrierten ca. 300 Personen spontan durch Reudnitz. Eingerührt wurde das ganze durch die "Freien Kräfte" aus Leipzig. Anlaß war das Auffinden eines toten Kindes am Vormittag durch Spaziergänger. Laut Medienberichten handelte es sich dabei um das seit vier Tagen in Leipzig vermisste Mädchen. Polizeiangaben zufolge starb es eines gewaltsamen Todes.

Um Missverständnissen vorzubeugen: das Autor_innen-Kollektiv will in keiner Weise eine Verharmlosung dieser Straftat zum Ausdruck bringen oder eine Herabwürdigung des Opfers betreiben!

Die Initiatoren dieses Aufmarschs sind im Umfeld von Istvan Repaczki zu suchen. Ebenso stellten Nazis aus dem Einzugsgebiet des "Freien Netzes" einen Großteil der Teilnehmenden. Im vorderen Drittel waren diverse Fackeltträger und schwarze Fahnen zu sehen, die zusammen mit der Parole "Todesstrafe für Kinderschänder" den Charakter der Demonstration klar erkennen ließen. Zudem wurden mehrere Transpis mit der gleichen Parolen, gezeichnet vom "Freien Netz", durch Teilnehmer mitgeführt. Leider waren einige Anwohner_innen nicht in der Lage, zu differenzieren zwischen spontanen Emotionen und der Vereinnahmung und Instrumentalisierung des Todes eines Kindes durch bekennende Nazis und schlossen sich dem Aufzug an.

Ebenso ist die Berichterstattung von - wer kann es sich denken - der LVZ, aber auch des ZDF zu erwähnen. Während die LVZ in zwei Artikel von jugendlichen Anwohnern berichtet, welche am Dienstag spontan geholfen haben, Suchmeldungen der Polizei zu plakatieren (hier handelte es sich um Mitglieder der "Freien Kräfte" Leipzig und der "Bluecaps"), berichtete das ZDF am frühen Abend von "nicht zuzuordnenden" Jugendlichen, welche zu dieser Demonstration aufgerufen hätten (siehe letzte Klammer). Das Thema mag brisant sein, und der Fall tragisch - eine Vereinnahmung durch Nazis ist jedoch nicht hinnehmbar! Es ist schwer zu glauben, dass die "Jungs" den selben Aufwand betrieben hätten, wenn das Opfer nicht mit einem halluzinierten "Deutschen Volkskörper" in Verbindung zu bringen wäre.

update

Das getöte Mädchen war die Nichte des Leipziger Nazis Istvan Repaczki. Dies erklärt sehr gut, wie die NPD im Landtag bereits vor der offziellen Bestätigung durch die Polizei in einer Pressemitteilung vom Tod des Mädchens sprechen konnte. Und so sehr sich die Nazis in einem Beitrag auf dem "Freies-Netz"-Ersatz auch versuchen davon loszusagen, ist die Forderung nach der Todesstraße sehr wohl eine Instrumentalisierung. Und einen wütenden Bürgermob inszenieren zu wollen, der im schlimmsten Falle noch zur Selbstjustiz greift, um nach der Vorstellung diverser Schädelvermesser das "krankhafte Genmaterial auszumerzen", ist eine Politisierung der Tat, die das Opfer und auch die Eltern nicht verdient haben. 

indymedia - Leipzig: Nazis instrumentalisieren Kindstod

indymedia - Nazidemo in Leipzig nach Kindermord

stern.de - Kindermord in Leipzig: Trauer und verzweifelte Wut

[ Allgemein , Naziaktivität , Hintendran ] 18 August, 2008 08:19

MdL Jürgen Gansel (NPD) greift "Zechbruder" mit Pfefferspray in Hainstraße an.

Leipzig/Dresden  (-la/tha). Dem sächsischen NPD-Landtagsabgeordneten Jürgen Gansel droht einmal mehr Ärger: Der 34-Jährige setzte nach einer durchzechten Nacht in Leipzig Pfefferspray gegen einen Kumpel ein, mit dem er in einem Lokal in der Hainstraße zuvor unterwegs gewesen war. Polizeiangaben zufolge waren sich die beiden Männer dann gestern Morgen
gegen 6.30 Uhr vor dem Klub -- vermutlich im Streit um eine Frau -- in die Haare geraten, wobei Gansel das Reizgas benutzte. Sein Opfer, das das Spray in die Augen bekommen hatte, musste im Krankenhaus behandelt werden. Auch zwei unbeteiligte Frauen seien durch die versprühte Flüssigkeit in Mitleidenschaft gezogen worden, hieß es. Nun drohe dem
Abgeordneten ein Verfahren wegen Körperverletzung, da Pfefferspray nur der Polizei -- sowie Jägern zur Abwehr von Tieren -- genehmigt sei. Ganz ohne Blessuren ging das nächtliche Gerangel auch für den NPD-Mann nicht aus. Wie die Polizeidirektion Leipzig informierte, haben im Gegenzug zwei Männer Gansel ins Gesicht geschlagen und ihm dabei eine
Platzwunde an der linken Augenbraue zugefügt. Diese Verletzung sei in der Uniklinik ambulant behandelt worden.
Erst vergangene Woche hatte die Staatsanwaltschaft Dresden Anklage gegen den 34-jährigen Gansel wegen Verstoßes gegen das Jugendschutzgesetz erhoben. Zudem läuft ein Verfahren wegen Volksverhetzung.
2005 hatte der NPD-Abgeordnete bundesweit für Schlagzeilen gesorgt, weil er in einer Landtagsdebatte die Luftangriffe auf Dresden im Februar 1945 als Bomben-Holocaust bezeichnet hatte.

Polizeibericht PD Leipzig - In "Situation" verwickelt

 

[ Allgemein , Naziaktivität , Antifa ] 17 August, 2008 07:35

Reudnitz: Ladenprojekt Atari von Nazis angegriffen!

Am Sonntagmorgen gegen 3:30 Uhr hat eine Gruppe von rund 10 Nazis das Ladenprojekt Atari angegriffen. Zu diesem Zeitpunkt befanden sich da noch an die 20 Besucher_innen einer Benefiz-Party für das "Rock am Kreuz on tour", welches im September im Reudnitzer Lene-Voigt-Park stattfinden soll.

Die Nazis sprühten mit Pfeffergel und setzten den Besuchern, die sich ins Ladeninnere zurückzogen, nach - liefen dann jedoch gegen die verschlossene Tür. Mindestens ein Besucher wurde leicht verletzt. Die Polizei war binnen kurzer Zeit vor Ort, die Gruppe hatte sich jedoch schon nach wenigen Minuten wieder getrollt. Die Angreifer, unter denen sich auch ein Herr Meliska befunden haben soll, sind laut Augenzeugen zeitgleich aus verschiedenen Richtungen aufgetaucht.

- update -

 

Am Abend haben sich rund 180 Leipziger Antifaschist_innen solidarisch mit dem Ladenprojekt erklärt und spontan in Reudnitz demonstriert! 

Das grüne Team hatte den Anpfiff verpasst und gesellte sich erst kurz vor dem Ende der ersten Halbzeit hinzu.Vorerst konnte es jedoch weder in Sympathie noch Spielzügen punkten und somit das schwarze Team nicht überholen. In der zweiten Hälfte stieg auch das braune Team im Kreuzungsbereich Riebeck-/Oststraße ein, zeigte jedoch in der Disziplin "Nazis Jagen" außergewöhnlich flinke Füße: es übersah in stoischer Gleichgültigkeit die seitliche Markierung, rannte aus dem Spielfeld und flog somit aus der Wertung (trotz gefühltem Heimvorteil). Kurz vor dem Ostplatz gab es dann doch noch Initiativen: das grüne Team versuchte sich im Blockieren, konnte allerdings mangels Entschlossenheit durch schnelle Wechsel ausgespielt werden. Das schwarze Team zeigte sich als gute Gewinnerin und hinterließ dem grünen Team wenigstens ein Trikot. In der dritten Halbzwei gab es dann noch unschöne Szenen: Abreisende Spieler des schwarzen Teams verwechselten zivile Spieler des grünen Teams mit Spielern des Braunen Teams. Es gab eine rote karte und mehrere Verwarnungen. Der Spieler wurde mit konsequentem Platzverbot belegt, durfte allerdings in der Zwischenzeit die Kabine wieder verlassen. Somit steht es bei vier Wertungen: schwarzes Team drei Punkte, grünes Team einen Punkt, braunes Team disqualifiziert. (Spielregeln)

Nach den Angriffen auf das Wohnhaus in der Holsteinstraße zwischen November 2007 und Januar 2008 ist es erneut der Stadtteil Reudnitz, in dem Nazis glauben, die stillschweigende Zustimmung der Bevölkerung zu genießen, wenn sie selbstgeschaffene Freiräume wie das Atari und deren Besucher_innen angreifen! Zwar mögen rassistische, antisemitische und autoritäre Denkmuster weit verbreitet sein, aber scheinbar wohnt es sich gerade hier als Nazi besonders gut. Denn manche bleiben, manche kommen:  Famous Istvan ist aus der Oststraße weg, allerdings nur ein paar Straßen weiter gezogen. Und auch den tätowierenden Nazis im "Rattlesnake" geht es offenbar mehr als gut in ihrem Laden an der Kreuzung Zweinaundorfer-, Riebeckstraße - keine 200m vom Atari entfernt.  

Polizeibericht 17.08.08 - Morgendlicher Einsatz in der Kippenbergstraße

LVZ 18.08.08 - Rechtsorientierte stören, Linke demonstrieren

[ Allgemein , Naziaktivität , Umland ] 17 August, 2008 07:34

Nazischaulaufen in der Gedächtnisstätte Borna

In der Röthaer Straße gab es am 14.8.2008 konzentrierte Braune Soße. Laut Eigenwerbung kamen rund 200 zumeist Alt-Nazis zusammen, um einen der ihren zu feiern. Wer wissen will, was die Möchtegern-Herren Trosse, Repaczki, Naumann aber auch Rennecke und Voigt am letzten Donnerstag gemacht haben, der sollte sich das Video geben. Zu sehen sind außer jungen und alten Nazis auch der Pseudo-Thingplatz auf dem Areal. Informationen zur Person Herrmanns folgen weiter unten.  Ausnahmsweise zur Anschauung ein Nazivideo:

 

Mirror: nazisborna.flv

Background:

Herrmann ist einer der letzten noch lebenden Größen der Hitlerschen
Erlebnisgeneration und damit ein viel gefragter Gesprächspartner in
rechtsextremen Kreisen. Im Januar 2007 hielt er auf dem Bundesparteitag
der Deutschen Volksunion (DVU) einen 60-minütigen Vortrag ohne
Manuskript. Als Redner war er auch beim 5. "Freiheitlichen Kongress" des
NPD-Verlages Deutsche Stimme im November 2007 zugegen. 2005 outete sich
Herrmann in einer Gastkolumne in der Deutschen Stimme (5/2005) als
NPD-Wähler. "Die Diffamierung der kleinen Parteien seitens solcher", so
Herrmann, "die sich wegen ihrer Fehler nicht schämen, ist schamlos und
undemokratisch."
 (weiter)

[ Allgemein , Naziaktivität , Umland , Altenburg ] 13 August, 2008 15:56

Nazi-Demo in Altenburg

Am kommenden Sonntag findet in Altenburg eine Nazi-Demo auf dem Marktplatz statt. Angemeldet unter dem Motto "Meinungsfreiheit schützen - gegen Polizeiwillkür" wollen sich die Fatzken schonmal warmstehen für das "Fest der Völker".

Offiziell findet die Kundgebung aufgrund eines Vorfalls aus dem Jahr 2004 statt. Damals wurden zwei sächsische Nazis von der Polizei dabei erwischt, wie sie Plakate zum Gedenken an den NS-Kriegsverbrecher Hess in Altenburg klebten. Bei der Festnahme löste sich ein Schuß aus der Dienstwaffe eines Polizisten und verletzte einen damals 18jährigen am Oberarm.

Unabhängig davon kann mensch sich sicher sein, dass sich hier ebenfalls Nazis sammeln, welchen es nicht möglich ist, in Wunsiedel und Umgebung den Gedenkfasching an den NS-Kriegsverbrecher Rudolf Hess zu betreiben, da sowohl die Kundgebung in Wunsiedel selbst, als auch eine Ersatzveranstaltung in einer ehemaligen Gaststätte in Warmensteinach verboten wurden.

 Unterdessen gibt es auch Neues in Sachen "Fest der Völker": den Anmeldern wurde ein Gelände im Norden Altenburgs zugewiesen, welches jedoch schon fast außerhalb des Stadtgebietes an der B93 liegt. Das Bürgerbündnis "Altenburg gemeinsam gegen Rechtsextremismus" trifft sich inzwischen regelmäßig und unterstützt Aufrufe zur Blockade und solidarisiert sich mit allen, die sich gewaltfrei dafür einsetzten, das "FdV" zu verhindern.

Zudem hat die Antifa Jena eine Sonderseite zum europäischen Nazitreffen geschaltet: jena.antifa.net/fdv

 

[ Allgemein , Naziaktivität , Hintendran ] 13 August, 2008 14:35
Rechte Schmiererein in Leipzig

 

Geschichtsträchtige unbelehrbare Unbekannte Täter haben in der Nacht vom Montag auf Dienstag an verschiedenen Objekten, wie Bankfilialen, Kaufhallen, Tankstellen, Schulen und Wohnhäusern zehnmal in Leipzig- Grünau und viermal in Leipzig-Südwest Sprüche gesprüht, die im Inhalt an den Todestag von Rudolf Heß erinnern sollen. Durch aufmerksame Bürger wurden den jeweiligen Sprüchen schnell ein Ende bereitet und diese beseitigt. Ermittlungsverfahren wegen Sachbeschädigungen wurden eingeleitet.
Außerdem wurde am heutigen Mittwoch gegen 04:00 Uhr, die Polizei informiert, dass auf der Brücke der B 2/Goethesteig durch Unbekannte Täter ein Bettlaken (2m x 1m) mit der Aufschrift: „Gebt die Akte frei" , der Silhouette eines Kopfes sowie der Schriftzug „Rudolf Hess ermordet" aufgehangen war. Das Bettlaken wurde sichergestellt. (Vo)

[ Allgemein , Naziaktivität , Umland ] 08 August, 2008 10:24

Neonazi-Plakate und Heß-Aufkleber in Orten bei Leipzig entdeckt

Leipzig. Zahlreiche Plakate und Aufkleber mit rechtsextremistischer Propaganda sind in den vergangenen Tagen in mehreren Orten bei Leipzig entdeckt worden. In Taucha östlich von Leipzig fanden Polizisten seit Dienstagabend etwa 100 Aufkleber und Plakate von Neonazis. Das teilte die Polizei am Donnerstag mit. In der vergangenen Nacht wurden Aufkleber, die sich auf den Hitler- Stellvertreter Rudolf Heß beziehen, in Döbeln, Ragewitz, Leipnitz und Böhlen gesehen. Der für politische Straftaten zuständige polizeiliche Staatsschutz ermittelt.

[ Allgemein , Naziaktivität , Umland , Altenburg ] 08 August, 2008 09:20

Gerlach und NPD suchen vorerst vergeblich in Altenburg nach Veranstaltungsort

Laut der Berichterstattung der Thüringischen Landeszeitung (TLZ) hat die NPD nun auch offiziell die Anmeldung für das "Fest der Völker" in Jena beim dortigen Ordnungsamt zurückgezogen. Damit bleibt Altenburg der Veranstaltungsort für die dritte Auflage des Nazi-Treffens am 13. September.

In Altenburg selbst haben "Freies-Netz"-Betreiber Gerlach und die Kameraden von der NPD allerdings Probleme, einen geeigneten Ort für die Veranstaltung zu finden. Der anvisierte Festplatz ist der Satzung nach nicht für Parteiveranstaltungen freigegeben und den Richard-Wagner-Platz hat die örtliche Polizei aus Sicherheitsbedenken abgelehnt. Die einzige Alternative ist das Gewerbegebiet Poststraße. Hier befand sich bis 1945 eine Außenstelle des KZ Buchenwald.

Die Versammlungsbehörde des Landkreises hat die Stadt aufgefordert, einen möglichen Ort zu benennen, auf dem der Spaß stattfinden kann. Zumindest bis jetzt gibt sich der Rechtsdezernent der Stadt Altenburg ablehnend, er verwies der TLZ  gegenüber darauf hin, dass die Stadt keinen Platz benennen werde, schließlich sei sie nicht dazu da, der NPD Veranstaltungsorte zu besorgen.

Unterdessen kommen zumindest die Bürgerinitiativen in Schwung. Die Bündnisse aus Pößneck, Weimar, Jena und Altenburg stehen zumindest in Kontakt.

npd-blog.info - NPD sucht offenbar nach Veranstaltungsort

indymedia - Fest der Völker? Nirgendwo!

Thüringer Landeszeitung - NPD-Anmeldung zurückgezogen.

[ Allgemein , Naziaktivität ] 03 August, 2008 18:17

Versuchter Angriff auf Bunte Platte Cup

Rund 20 Nazis haben am Samstag Abend kurz nach 24 Uhr versucht, auf das Gelände des Schönauer Parks zu gelangen. Zu diesem Zeitpunkt waren noch ca. 80 Besucher_innen des Bunte Platte Cups anwesend. 

Sechs Lokalhelden mussten zu Fuß zum Gelände kommen, der antelefonierte Restkörper fuhr in drei Autos an der Haltestelle Parkallee vor. Beim Betreten des Parks trafen sie laut Polizei auf ca. 35 Personen. Während die Nasen noch Steine aus dem Gleisbett sammelten, erschien team green mit mehreren Fahrzeugen und machte die Abendplanung der anwesenden Bilderbuchnazis zunichte.

Während der Abfahrt von der gleichen Haltestelle wurde kurz darauf eine Gruppe von Besucher_innen durch die Polizei festgesetzt und einer ED-Behandlung unterzogen. Ihnen wurde vorgewurfen, im Laufe des Abends Reizgas gegen eine Person eingesetzt zu haben. (siehe Mitteilung des Ladenschluss-Bündnis) 

Ladenschluss-Bündnis kritisiert das Vorgehen der Polizei gegen Besucher des "Bunte-Platte-Cup"

Polizeibericht 03.08.08 - Auseinandersetzung

LVZ-Online 03.08.08 - Auseinandersetzungen nach Antirassismus-Fußballturnier im Schönauer Park

 

[ Allgemein , Naziaktivität , Termine , Umland , Altenburg ] 03 August, 2008 09:55

"Fest der Völker" dieses Jahr in Altenburg!


Das europäische Nazitreffen „Fest der Völker“ wird am 13. September nicht wie angekündigt in Jena, sondern im 50 Kilometer von Leipzig entfernten Altenburg stattfinden. Das Versprechen der NPD aus dem Jahr 2005, das Festival die nächsten 10 Jahre in Jena durchzuführen, ist somit gebrochen.

Der Grund der diesjährigen Verlegung liegt nicht, wie von den Nazis angegeben, in den fiesen Auflagen der Stadt Jena. Diese verschob die Veranstaltung lediglich vom 6. auf den 13. September, um einen ungestörten Verlauf der „Queen Classic Night" zu garantieren. Die sonst klagefreudigen Nazis akzeptierten dies widerspruchslos. Auch im provinziellen Altenburg wollen sie ihr Fest am 13. September durchführen. Den wahren Grund für die örtliche Verlegung enthalten die Organisatoren, namentlich Andre Kapke, Ralf Wohlleben (beide NPD) und Thomas Gerlach (Freies Netz Altenburg), ihren Kameraden vor: Feigheit vor dem Feind; in der Naziszene besonders unrühmlich. Denn das 'Fest der Völker' dient der NPD vor allem als Geldquelle. Bekannte Bands wie „Sleipnir“ sollen auch in diesem Jahr wieder bis zu 2.000 Nazis ziehen, die durch eine obligatorische „Spende“ von mindestens 10 Euro die gebeutelte NPD-Kasse füllen. Diese notwendigen Einnahmen, die u.a. in das „Braune Haus“ in Jena und den Landtagswahlkampf 2009 in Thüringen fließen werden, sind bei einem weiteren Versuch der Durchführung der Veranstaltung in Jena stark gefährdet: bereits im letzten Jahr scheiterte die Verhinderung des Nazifestes nur knapp, für dieses Jahr wäre mit noch größeren und entschlosseneren Protesten zu rechnen gewesen. In Altenburg existiert hingegen praktisch keine organisierte Zivilgesellschaft oder Antifa. Die Nazis sehen ihre Einnahmen hier in sicheren Tüten.

Der Versuch, in Jena öffentlichkeitswirksam Fuß zu fassen, ist den Nazis misslungen. Ihr Rückzieher bestätigt die Effizienz von breit getragenem Protest und gezielten Aktionen gegen Nazis und deren Infrastruktur. Die solidarisch getragenen Blockaden im vergangenen Jahr hatten mehrere Stunden die Anreise der Nazis zu ihrem Versammlungsplatz verhindert. Nach dem 'Fest der Völker' 2007 heulten sich in Internetforen aus: „...kaputte Autos, kaputte Gesichter, kaputte Klamotten. Sowas wie heute hab ich in meinem Leben noch nicht erlebt.“ Die vorläufige Flucht in die Provinz dient der Vorbereitung eines neuen Anlaufes: die über das Festival erreichten Jugendlichen, die geknüpften Kontakte und das eingenommene Geld werden dazu dienen, um die organisierte Naziszene zu festigen und den anstehenden Wahlkampf auch in Jena zu finanzieren. Die erklärte Strategie der Faschisten: „Wir erobern die Städte vom Land aus!" wird nicht aufgehen, wenn der Widerstand gegen das Nazifest vor der Provinz nicht halt macht.

 http://jena.antifa.net

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