Neonazis marschieren durch den Leipziger Stadtteil Reudnitz (LVZ, 13.01.08)
Hier hielten die Rechtsextremen eine Zwischenkundgebung ab. Allerdings konnte jene erst nach einiger Verzögerung beginnen, da die Hausbewohner mit lauter Musik und Topfschlägen akustisch zu stören wussten. Nach Angaben der Polizei wurde dann der Strom abgestellt, vorrangig jedoch um die eigenen Großfahrzeuge vor Oberleitungen zu schützen, sagte Sprecherin Silvaine Reiche. Daraufhin konnte die Kundgebung wie geplant fortgesetzt werden. Gegen Abend ging der Marsch am S-Bahnhof Stötteritz zu Ende.
Bereits am frühen Nachmittag hatte eine Gegendemonstration verschiedener linker Organisationen stattgefunden, an der knapp 400 Menschen teilnahmen. Die von Juliane Nagel (Die Linke) angemeldete Veranstaltung ging nach einer Kundgebung am Möbiusplatz ohne größere Zwischenfälle zu Ende. Nach Polizeiangaben hätten sich die Teilnehmer danach verstreut und versuchten nun vereinzelt, den Demonstrationszug der Neonazis zu stören.
Die Polizei - mit mehreren Hundertschaften, Hunde- und Pferdestaffeln vor Ort - hatte die Lage nach eigenen Angaben allerdings während der ganzen Zeit im Griff und so sei es zu keinen nennenswerten Ausschreitungen oder Sachbeschädigungen gekommen. Die von Bundespolizei und Einheiten aus Sachsen-Anhalt sowie Brandenburg unterstützten Beamten mussten bis in den frühen Abend keine Verletzten, keine Festnahmen und auch keinen Gewahrsam verzeichnen.
Durch das massive Polizei-Aufgebot seien Gewaltbereite eingeschüchtert worden, betonte Einsatzleiter Ulrich Bornmann. "Das offensive Einsatzkonzept der Polizei verhinderte die immer wieder angestrebten massiven Ausschreitungen", hieß es in einer Mitteilung.
Die Leipziger Stadtverwaltung hatte zuvor das Marschieren in Blöcken, Zügen und Reihen verboten, um Provokationen zu vermeiden. Auch Springerstiefel und Bomberjacken waren verboten. Die Grünen und die Linke warfen der Stadtverwaltung trotzdem Versagen vor. Es sei unverständlich, dass die Rechtsextremisten während des gesamten Demonstrationszuges die Befreiung Deutschlands von der Demokratie fordern durften, kritisierten sie. Die Grünen-Bundestagsabgeordnete Monika Lazar warf den Leipziger Bürgern zudem vor, nicht energisch genug gegen die rechte Demo protestiert zu haben.
mpu, lvz-online.de, dpa
© LVZ-Online vom: Sonntag, 13. Januar 2008




