Einer mehr in der Sozialisierungsanstalt
Nazi nach Angriff auf Demonstration vor Thor-Steinar-Laden festgenommen
Am 19. April 2008 fand vor dem Leipziger Thor-Steinar-Ableger eine Demonstration des Ladenschluss-Bündnisses für die Schließung des Ladengeschäfts statt. Auf der gegenüberliegenden Seite des Innenstadt-Rings sammelten sich zeitweilig an die 15 Nazis und versuchen sich im Prolltum. Aus der dieser Gruppe heraus wurden auch Signalkörper in Richtung der Kundgebung abgeschossen, welche einige anwesende Spieler_innen von team green nur knapp verfehlte.
Da der Schütze sein Gesicht nochmal brav in die Kamera hielt, konnte er nach einer Festnahme wegen Pyro-Spielereien bei einem Fußballspiel mit dem Angriff in Leipzig in Verbindung gebracht werden. Nun sitzt er in Untersuchungshaft.
Polizeibericht vom 10.06.08
Untersuchungshaft angeordnet
Am Nachmittag des 19. April 2008 fand im Bereich des Hallischen Tores eine Demonstration gegen ein nahes Bekleidungsgeschäft statt. Auf der anderen Seite des Innenstadtringes (ehemaliges Hotel Astoria) sammelten sich etwa 15 Personen, die Demoteilnehmer durch Zurufe und Gesten provozierten. Ein junger Mann (19) aus dieser Gruppe vermummte gegen 16.30 Uhr sein Gesicht mit einem Schal und schoss mit einem Signalgeber eine rotleuchtende Signalrakete in Richtung der Demonstration sowie handelnder Polizeibeamter, welche er nur knapp verfehlte. Im Anschluss konnte er sich – zunächst unerkannt – entfernen, hinterließ sein Ebenbild allerdings beweissicher auf eine polizeilichen Videoaufnahme.
Am 30.04.2007 machte der 19-Jährige dann in Chemnitz auf sich aufmerksam. Nach der Fußballbegegnung zwischen dem Chemnitzer FC und dem FC Sachsen Leipzig schoss er gegen 21.00 Uhr wiederum mit Signalraketen auf Fans des FC Sachsen Leipzig. Auch bei diesen beiden Abschüssen verfehlte er die Anvisierten nur knapp.
Weitere „Aktionen" verhinderten schließlich Polizeibeamte, indem sie den 19-Jährigen 20 Minuten später festnahmen und seinen Signalgeber sicherstellten. Im Zuge ihrer nachfolgenden Ermittlungen stießen sie im polizeilichen Intranet auf die inzwischen als Fahndungsbild eingestellten Videoaufnahmen vom 19.04.2008, so dass auch diese Tat aufgeklärt werden konnte.
In allen drei Fällen nahm der Heranwachsende in Kauf, dass jene Raketen aufgrund ihrer Beschaffenheit, ihrer Geschwindigkeit und der Hitzeabstrahlung erhebliche Verletzungen hervorrufen. Nur dank glücklicher Zufälle kam es nicht dazu.
Mittlerweile ordnete der Ermittlungsrichter die Untersuchungshaft gegen den jungen Mann an, der sich nunmehr auch wegen anderer Straftaten im Leipziger Stadtgebiet kriminalpolizeilichen Ermittlungen gegenübersieht. (Loe)




