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Polizei bestätigt zwei Festnahmen nach Dresdner EM-Ausschreitungen
Dresden. Die Dresdner Polizei hat mehr als drei Wochen nach den Übergriffen zum Fußball-EM-Halbfinale zwei mutmaßliche Randalierer festgenommen. Einer von ihnen ist wieder auf freiem Fuß, ein 21-jähriger Mann aus Dresden in Untersuchungshaft, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft am Freitag gemeinsam mit. Ein zweiter Haftbefehl gegen einen 29-Jährigen aus Freital sei dagegen aufgehoben worden. Hinweise von Zeugen und weitere Indizien hätten den Verdacht auf die beiden Männer gelenkt. Die „Bild“-Zeitung hatte von den beiden Festnahmen berichtet. Den Männern wird besonders schwerer Landfriedensbruch und gefährliche Körperverletzung vorgeworfen.
Der 29-Jährige sei polizeilich ein relativ unbeschriebenes Blatt, was dazu beitrug, den Haftbefehl gegen ihn aufzuheben, sagte ein Polizeisprecher. Der Jüngere sei dagegen bereits durch Gewalttaten aufgefallen, „auch im Zusammenhang mit Fußball“.
Nach dem 3:2-Erfolg der deutschen Mannschaft gegen die Türkei am 25. Juni hatten in Dresden 20 bis 30 Angreifer drei Döner-Läden attackiert. Dabei wurden zwei Türken verletzt, Scheiben gingen zu Bruch und die Einrichtung wurde beschädigt. Nach dem Spiel gab es auch in Chemnitz Ausschreitungen, in Leipzig kam es zu Schlägereien.
Die Dresdner Ermittler durchsuchten bereits am Mittwoch die Wohnungen der beiden Verdächtigen und beschlagnahmten mehrere Handys und Computer. Um die Auswertung des Materials zu beschleunigen, wurde die Sonderkommission „Halbfinale“ auf 16 Beamte aufgestockt. Die Polizei geht den Angaben zufolge nach wie vor von 20 bis 30 Tätern aus. Der Sender „Radio Dresden“ berichtete am Freitag, dass die Polizei mittlerweile gegen 70 Verdächtige ermittle und bezog sich auf den Anwalt eines mutmaßlichen Täters. Die Polizei verneinte diese Größenordnung. „70 stimmen nicht“, sagte der Sprecher.
dpa
© LVZ-Online vom: Samstag, 19. Juli 2008
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