Am frühen Morgen des 21. Oktober hat es auf eine Frau, die im Rahmen des Erasmusprogramms an unserer Hochschule studiert, in Reudnitz einen rassistischen Übergriff gegeben. Zwei Männer beleidigten sie, wurden dann handgreiflich und verletzten sie körperlich. Grund für den Angriff war ihr "nicht-deutsches" Aussehen. Für das Opfer waren die beiden Angreifer nicht sofort als Rechtsradikale zu erkennen. Erst im Verlauf der Auseinandersetzung bemerkte sie den Hakenkreuz-aufnäher an der Jacke. Dank ihrer Erfahrungen in Selbstverteidigung und das mutige Eingreifen eines Passanten konnte Schlimmeres verhindert werden. Die Studentin musste ärztlich behandelt werden und erstattete Anzeige.

Dieser Vorfall war für die Studierende bisher der aggressivste in Leipzig. Erst vor ein paar Tagen ist sie in Markkleeberg als "Hure" beschimpft worden.
Rassistische Äußerungen in der Strassenbahn sind für sie alltäglich. Solche und ähnliche Übergriffe finden eben nicht nur in Mügeln oder dem Muldentalkreis statt. Erschreckend ist allerdings, wie wenig Öffentlichkeit diese Vorfälle in Leipzig erfahren.

Die Hochschule für Grafik und Buchkunst ist Gastgeberin für Studierende aus internationalen Austauschprogrammen. Eine akademische Einrichtung kann nicht die Sicherheit ausländischer Gäste in Leipzig garantieren, das ist auch nicht ihre Aufgabe. Lehrende, Studierende und  Mitarbeiter sollten aber künftig Gäste, ohne ihnen Angst zu  machen, auf mögliche Gefahren hinweisen und etwa bei der Wahl des Wohnortes beratend zur Seite stehen.

Es ist ernüchternd festzustellen, daß man Studierenden mit "nicht-deutschem" Aussehen nicht uneingeschränkt empfehlen kann, in Leipzig zu studieren!

 (Mail an die Studierenden der HGB vom 18. November 2007)