LVZ vom 31.07.2009

LVZ Artikel zum HolocaustleugnerInnen Prozess in Leipzig

Es folgt ein LVZ Artikel zum Prozess gegen das Collegium Humanum. Doch zuvor ein paar Anmerkungen.

In der Regel ist in der LVZ ja eher weniger über dieses Thema geschrieben worden. Es gehen ja auch kaum (dokumentierte) Übergriffe oder andere "Skandale" von der "Gedächtnisstätte" des C. M. in Borna aus. Doch bei diesem Prozess kommt die LVZ nicht umhin. Das alleine schon der Prozess eine ordentliche Berichterstattung bedarf ist wohl klar, aber das erwartet von der LVZ wohl lange keineR mehr.
Doch diesmal sieht es etwas anders aus: Eine bundesweite Mobilisierung von Neonazis und "Linksextremisten", so die LVZ,  steht Leipzig ins weltoffene Haus. Das sich viele Nazis motiviert fühlen, wenn die Haverbeck-Wetzel mit ihrer Flatrate für Holocaustleugnung wieder stundenlang ihre kruden Verschwörungstheorien vor Gericht zum besten gibt, ist nichts neues. Ein kurzer Blick in die entsprechenden Foren zeigt dies schon deutlich. Wer der LVZ jetzt aber verraten hat, das sich selbst die "Linksextremisten Südbayern" schon ein Zugticket nach Leipzig gekauft haben, ist unklar.
Apropos Journalistische Standards: Den Unterschied zwischen einem Zitat von Aussagen einer Einzelperson und dem Zitieren aus Texten (respektive Aufrufen) sollte Herr Döring vielleicht nochmal nachschlagen (Kurz: Das Zitat von Juliane Nagel, ist kein Zitat von Juliane Nagel sondern aus dem Aufruf des Aktionskreises).
Der Artikel zeigt aufs neue das die LVZ sich nur dann zu einem Artikel hinreißen lässt, wenn es Krawalle geben könnte oder wenn sich "Extremisten" ankündigen. Trifft beides aufeinander so ist das natürlich
(für die Auflage) umso besser.
Immerhin hat Frank Döring den Aufruf diesmal wirklich gelesen und stellt richtiger weise fest, dass sich die Kundgebung eben auch kritisch mit dem Verbot auseinandersetzt. Die einzige Antwort der Demokraten auf Nazis ist nun mal das Verbot. Was anderes bleibt der "demokratischen Mitte" auch nicht übrig, teilt sie doch die gleichen Ansichten wie die Nazis und das macht eine kritische Auseinandersetzung nicht möglich.

Nun aber wirklich…der LVZ Artikel. Bitteschön!

LVZ vom 31.7.09



Angst vor Krawallen bei Neonazi-Prozess
Antifa plant Kundgebung an Bundesverwaltungsgericht
Polizei und Justiz rüsten sich für einen hochbrisanten Prozess: Am kommenden Mittwoch wird am Bundesverwaltungsgericht in Leipzig über das Verbot einer der ältesten rechtsextremistischen Organisationen
verhandelt. Sowohl Neonazis als auch Linksextreme mobilisieren
bundesweit ihre Anhängerschaft für diesen Termin. Sicherheitskreise
befürchten ein gewaltsames Aufeinandertreffen beider Lager. "Wir sind
gewappnet und werden entsprechend reagieren", sagte Polizeisprecher
Sebastian Schmidt.
Es geht um den 1963 gegründeten Verein Collegium Humanum. Die lange Zeit
sogar als gemeinnützig anerkannte Organisation mit Sitz in Vlotho,
Nordrhein-Westfalen, gilt als ein Knotenpunkt im Netzwerk
rechtsradikaler Intellektueller und bekannter Holocaust-Leugner wie den
Ex-Terroristen Horst Mahler. Am 7. Mai 2008 hatte Bundesinnenminister
Wolfgang Schäuble das Collegium Humanum verboten. Gegen dieses Verbot
erhob der Verein eine Anfechtungsklage, über die am Mittwoch ab 11 Uhr
verhandelt wird.
Bereits seit Wochen kursieren in der Nazi-Szene Aufrufe "an die
Kameraden", die greise Vereinsvorsitzende Ursula Haverbeck-Wetzel — sie
ist rechtskräftig verurteilt wegen Volksverhetzung sowie Leugnung des
Holocaust — am Prozesstag zu unterstützen. "Wir erwarten eine starke
Präsenz vor allem aus dem überregionalen rechtsextremen Spektrum", so
Polizeisprecher Schmidt. "Aber auch linke Gruppierungen sind zu
erwarten. Demos sind jedoch nicht angemeldet."
Allerdings hat bereits ein "Aktionskreis gegen Antisemitismus und
Geschichtsrevisionismus" eine fünfstündige Gegenkundgebung vor dem
Bundesverwaltungsgericht am Simsonplatz angekündigt. Interessanterweise
soll sich der Protest nicht nur gegen die Holocaust-Leugner richten.
"Wir halten auch nichts von einer Politik, die statt einer inhaltlichen
Auseinandersetzung mit menschenverachtenden Ideologien lieber auf
Verbote setzt", so Juliane Nagel vom Landesvorstand der Linken. Das
Motto der Kundgebung laute deshalb: "Antifa statt Verbote!"
Mit wie vielen Teilnehmern auf beiden Seiten zu rechnen ist, vermochte
bis gestern niemand zu prognostizieren. Vorsichtshalber seien jedoch
auch im Gerichtsgebäude starke Sicherheitsvorkehrungen geplant, wie eine
Sprecherin gestern erklärte: "Normalerweise kann jeder hier herein, doch
an diesem Tag wird es entsprechende Maßnahmen am Eingang geben." Eine
Möglichkeit wären Sicherheitsschleusen und Personenkontrollen, ähnlich
wie auf Flughäfen. Bei brisanten Prozessen an Land- und Amtsgericht sind
diese längst Normalität. Frank Döring

 

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1 Response to LVZ vom 31.07.2009

  1. hans says:

    kommentar von altermedia:

    Knecht Ruprecht // Aug 3, 2009 at 23:18 Fürsorgestaat, Du hast recht. Nur Ironie hilft uns nicht weiter.
    Weder wirkliche Berufsrevolutionäre noch Prostituierte oder Antifa streiken! Wie auch. Das Gezücht bettelt mit Erfolg um Existenzberechtigung und entsprechende Absicherung. Die wird gewährt von interessierter Seite.
    Juliane Nagel z.B. (Landtagsabgeordnete Der “Linken” in Sachsen) darf sich in Leipzig verbal Dinge erlauben, wofür andere schon lange gesteinig worden wären. Aber es geht und geht und geht …. Irgendwann muß Schluß sein mit Ironie, Kommentiererei und nutzlosem Gejaule.

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