Mutmaßliche Rechtsradikale haben versucht, den Jahrestag des Kriegsendes für Propaganda zu nutzen. In den gestrigen Morgenstunden tauchten im Stadtgebiet eine Reihe von Holzkreuzen, Plakaten und Graffiti auf.
Tenor: "8. Mai -- Wir feiern nicht".
Laut Polizei wurden entsprechende Losungen in Kleinzschocher, Mölkau und Probstheida entdeckt. In der Rolf-Axen-Straße stellten Beamte gegen zwei Uhr drei junge Männer, die Flugblätter bei sich hatten. Vier weitere Verdächtige wurden ganz in der Nähe festgestellt. "Es muss nun geklärt werden, ob die Schriftzüge bereits die Schwelle der Strafbarkeit überschritten haben", teilte Polizeisprecher Andreas Loepki mit. Hinsichtlich eines an eine Wand gesprühten Hakenkreuzes seien bereits Ermittlungen eingeleitet worden. Aus dem Leipziger Umland wurden gestern ähnliche Parolen gemeldet.
Der nächtliche Propagandafeldzug war offensichtlich eine Aktion der im sogenannten Freien Netz zusammengeschlossenen Neonazis. Auf ihren Internetseiten berichteten die Rechtsextremen jedenfalls umgehend über die Aktion. Diese Gruppierung hatte in diesem Jahr bereits Neonazi-Aufmärsche in Reudnitz und Grünau angemeldet (die LVZ berichtete). F. D.
btw: Wir haben gefeiert! In der Innenstadt kamen zeitweilig bis zu 100 Menschen zusammen, um mit ____ um den 8. Mai als Tag der Befreiung durch die Aliierten zu feiern...
Extremismusexperte, Antisemit und Vordenker der Neuen Rechten Eckhard Jesse erneut in Leipzig zu Besuch
Am Donnerstag, den 15. Mai, wird der Chemnitzer Professor Jesse ab 17:30 im Museum zur "Runden Ecke", Leipzig, zusammen mit dem ehemaligen sächs. Innenminister Heinz Eggert auf dem Podium einer Veranstaltung unter dem Motto "Politischer Extremismus und seine Wahrnehmung in Deutschland - Die langen Schatten der Vergangenheit" sitzen. Jesse, der beratend sowohl für das Bundesinnenministerium als auch das sächsische Innenministerium tätig ist, trat in der Vergangenheit bereits des öfteren mit antisemitischen Äußerungen in Erscheinung, trinkt gerne mal mit Horst Mahler eine Flasche Wein - wenn der nicht gerade wegen Volksverhetzung hinter Gittern sitzt - und setzt sich maßgeblich für eine Historisierung der deutschen Nazi-Vergangenheit ein.
Zuletzt konnte mensch seine Meinung nachlesen in einem Interview mit der LVZ vom 5. Mai, in dem er den Vorschlag des Thüringer Ministerpräsidenten Althaus zur Ernennung des CDU-Politikers Peter Krause verteidigte. Krause schrieb mehrmals für rechte Pamphlete wie die Junge Freiheit, das Ostpreußenblatt und die Etappe. Während Jesse diese Tätigkeit als absolut demokratiekompatibel nachzeichnet und Unverständnis für die breite Kritik, die Althaus dafür kassierte, zum Ausdruck brachte, nahm Krause in der Zwischenzeit mit Verweis auf eben diese massive Kritik Abstand vom Posten des Kultusministers.
Nazis des Freien Netz melden Demo am 29. April 08 durch Grünau unter dem Motto "Sicher Zukunft für unsere Kinder" an
Für den morgigen Dienstag wurde am heutigen Freitag beim OA der Stadt durch Istvan Repaczki eine Demo angemeldet. Zwischen 17:30 und 21:00 sollen rund 50 Fatzken durch Grünau-Mitte ziehen. Vorläufiger Startpunkt ist der Parkplatz Ludwigsburger Straße. Das dazugehörige Kooperationsgespräch findet am kommenden Montag statt.
Die Mobilisierung auf Nasen-Seite findet erneut ausschließlich intern im Rahmen des Freien Netzes statt. Gerechnet werden kann mit rund 150 Teilnehmenden.
Zu GröFatzkes Geburtstag herrschte Einigkeit - die einen gingen spazieren, die anderen gründeten eine JN-Ortsgruppe
Laut einem Beitrag auf der website der NPD Leipzig wurde bereits am 20. April eine Ortsgruppe der JN in Leipzig gegründet. Diese rekrutiert sich aus NPD-Mitgliedern, aber auch aus ortsansässigen sog. "Freien Kräften". Dies findet ganz besondere Betonung, da damit Erfahrungswerte und jugendlicher Aktionismus ganz besonders vertreten seien. Aktiv wollen die neuen JN-Jungens (und vielleicht sogar Mädchen) werden und nach eigenen Angaben
"... neben Schulungsveranstaltungen, Propagandaktionen, körperlicher
Ertüchtigung und Schutz von NPD-Veranstaltungen (...) auch
ein eigenes Zentrum als Anlaufpunkt ausbauen. Ihre erste Feuertaufe wird
Leipzigs neue JN-Gruppe im Einsatz zur Unterstützung des
NPD-Kreisverbandes Leipzig-Land im Wahlkampf zur Kreistagswahl am 8.
Juni 2008 bestehen."
Zu dieser an sich wenig spektakulären Meldung gesellen sich jedoch ein Flugblatt (FKLFlyer160408.pdf) und ein Erlebnisbericht der FKLer. Der Flyer, der laut FKL in einer Auflage von mehreren hundert Stück am 16. April verteilt wurde, und in Propaganda-Manier den Leipziger Türsteher-Konflikt aufwärmt, zielt nebenbei auch auf die "Alt-Parteien" wie CDU, SPD, Linkspartei und auch NPD; diese seien überholt und gehören abgeschafft. (btw: Das gute Stück wurde in der Auflage von gut 50 Stück, welche ausschließlich in den drei Straßen um Istvan Repaczkis Wohnung aufgefunden wurden, sorgsam wieder zusammengekehrt und der Altpapierverwertung zugeführt.)
Außerdem wird auf der website des Freien Netzes von einem völkischen Familiennachmittag am 20. April berichtet. Im Artikel, der mit einer ganz neuen Grammatik glänzt, finden neben Volksgemeinschaft und nationalem Sozialismus sogar die Hunde Erwähnung, die dem Ausflug beiwohnen mussten.
Ganz offensichtlich differenziert sich die Kader-Ebene der FKLer gerade gehörig aus. Die einen tummeln sich auf der Wiese zur Mysthifizierung Adolfs, und die anderen basteln an der Nazikarriere unter Parteiführung. Dies passt zu einem lautstarken Streit, den Istvan vor etwas mehr als zwei Wochen mit seinem nationalen Freundeskreis in Reudnitz führte und der scheinbar einen destruktiven Ausgang fand.
Leipzig, die Türsteher, die Extremisten und die Junge Union
Und wenn alle was dazu sagen wollen, dann natürlich auch die ortsansässigen der JU:
Liebe Mitglieder und Freunde der Jungen Union,
ich möchte Euch
recht herzlich zu einem Diskussionsabend mit dem Leipziger
Polizeipräsidenten Rolf Müller einladen. Das Gespräch findet
am Montag, dem 28. April, ab 19:00 Uhr, in der CDU
Geschäftsstelle, Mädler Passage Aufgang D, Grimmaische Straße 2-4, 04109
Leipzig statt. Im Mittelpunkt steht die Diskussion über die Sicherheitslage in
Leipzig. Die JU hat sich zuletzt mehrfach zu Wort gemeldet, weil die
Gewaltkriminalität in Leipzig zunimmt.
Dies zeigt sich in regelmäßigen
Straßenschlachten zwischen Rechts- und Linksextremisten oder zwischen
Hooligans. Dabei werden auch immer wieder direkte gewalttätige
Auseinandersetzungen mit der Polizei gesucht.
Trauriger Höhepunkt waren die
Ermordung eines jungen Mannes und die Randale um die Diskothek Schauhaus im
letzten März. In dem Gespräch mit dem Leipziger Polizeipräsidenten wollen wir
Antworten suchen, was getan werden muss, um so etwas zukünftig zu verhindern
und aufzuklären. Außerdem möchte ich Euch auch zu unserem Stammtisch
in der nächsten Woche einladen. Wir treffen uns am Donnerstag, dem
24. April, wie immer ab 19:00 in der StäV
(Peterssteinweg 10, 04107 Leipzig). Zu Gast ist diesmal Peter Degener, der
große sächsische Impressario, der viele kulturelle Höhepunkte, wie
beispielsweise die Classic Open oder den Semperopernball, organisisert. Ein
echtes Highlight, dass ihr Euch nihct entgehen lassen solltet!
Herzliche Grüße und
ein schönes Wochenende wünscht Euch Eure Johanna Lippold
Zum dritten Mal innerhalb weniger Wochen wollen Neonazis in der Aachener
Region marschieren. Die NPD und Worch mobilisieren bundesweit zu einem
Aufmarsch am 26.4. nach Stolberg. Anlass reloaded: Eine tödliche
Auseinandersetzung in Stolberg, die die extreme Rechte zu
instrumentalisieren versucht. Um ihren Rassismus auf die Strasse zu
tragen. Aus Trauer, versteht sich. Der Tote wird stilisiert: Zum
,Märtyrer für die national(sozialistisch)e Sache', zum ,Soldat, im Kampf
gefallen'. Um jährliche Großdemonstrationen durchführen zu können, um
Stolberg zum ,Wallfahrtsort' für Neonazis aus ganz Europa zu machen.
Auch geht es darum, neonazistische Strukturen vor Ort zu stärken und die
Zusammenarbeit zwischen NPD und ,Kameradschaften' auszubauen. Die
Dimension des Ganzen zeigte sich beim letzten Aufmarsch, an dem sich 800
NeofaschistInnen verschiedener Spektren beteiligten. Dies war somit
einer der größten Naziaufmärsche, der in diesem Jahr in Deutschland
stattfand. Ihre Strategie: Der Kampf um die Strasse. Auch, weil's mit
dem um die Köpfe so ein paar Probleme gab.
*Kommt nach Stolberg, mobilisiert, bringt FreundInnen mit, lasst Euch
was einfallen, haltet Eure Nazis, zuhause' (oder nutzt die Zeit in der
wir sie ablenken), seid kreativ, unkontrollierbar und entschlossen.*
schon vor einigen Tagen erschien eine neue Ausgabe des GAMMA, das wie
gewohnt in einigen Locations zur Mitnahme bereitliegt und euch hiermit
digital zukommt.
In dieser Ausgabe werfen wir einen detaillierten Blick auf das
Vernetzungs-Projekt "Freies Netz", in dem sächsische,
sachsen-anhaltinische, thüringische und nordbayrische Kameradschaftsnazis
zusammenfinden - ein Thema, das uns auch in kommenden Ausgaben noch
beschäftigen wird. Außerdem freuen wir uns über einen informativen
Gastbeitrag aus dem Stadtteil Grünau.
Viel Spaß beim Lesen wünscht
die GAMMA-Redaktion.
PS: Wie immer freuen wir uns über Zuschriften mit Fragen, Anregungen und
Kritik. Außerdem können vergangene Ausgaben auf unserer Website abgerufen
werden: http://gamma.antifa.net
In der Nacht zum 20. April wurde der Fischladen in der Wolfgang-Heinze-Straße angegriffen. Dabei ging eine der Schaufensterscheiben zu Bruch. Wer dafür verantwortlich ist, ist bisher unklar. Zudem wird von einer Molli-Attacke zwei Häuser weiter berichtet, bei der allerdings kein Sachschaden entstanden ist.
LVZ vom 21.4.08
Connewitz - Brandanschlag auf Fanladen
Unbekannte haben in der Nacht zum Sonntag einen Anschlag auf den
Fanladen des linksalternativen Fußballklubs Roter Stern Leipzig in der
Connewitzer Wolfgang-Heinze-Straße verübt. Polizeisprecherin Birgit Höhn
bestätigte dies gestern auf Anfrage der LVZ. Angaben des Vereins zufolge
wurde die Frontscheibe des Geschäfts mit einem Pflasterstein
eingeworfen. In einem benachbarten Laden sei ein Brandsatz
eingeschlagen. Juliane Nagel vom Vorstand der sächsischen Linken sprach
gestern von einem politisch motivierten Übergriff mutmaßlicher
Rechtsextremer. Die Polizei mochte dies bislang nicht bestätigen. Die
Kripo ermittelt wegen versuchter Brandstiftung. F. D.
Laut Polizei und Pressemeldungen kam es in Ostsachen, in Großschweidnitz und Löbau, kurz hintereinander zu zwei Brandanschlägen auf Imbisse mit nichtdeutschen Betreiber_innen. Dabei wurde Sachsschaden in bisher unbekannter Höhe verursacht, verletzt wurde glücklicherweise niemand. Seitens der Polizei wurden recht zeitnah vier Tatverdächtige ermittelt, drei sitzen derzeit in U-Haft. Bei ihrer Festnahme wurde Benzingeruch festgestellt, zudem alle Utensilien für den Bau von Brandbomben sichergestellt. Einer der mutmaßlichen Täter war zudem im Besitz eines Baseballschlägers und eines Waffen-SS-Dolches. Alle vier werden der Naziszene zugerechnet. Sie sind es wahrscheinlich einfach auch!
Thor Steinar & Co werden
auch in weiteren Leipziger Läden, wie dem Miss Liberty und Mc Trend in
der Leipziger Innenstadt oder im Boombastic im Grünauer Alleecenter
verkauft. Das „Bündnis Ladenschluss“ ruft zu Aktionstagen gegen den
Verkauf von Nazikleidung auf
17.4.2008, 17 - 18:00 Kundgebung am Allee Center, Grünau
18.4.2008, 17 - 18:00 Kundgebung in der Reichsstr. Höhe Miss Liberty Innenstadt
19.4.2008, 14 - 18:00, Brühl/ Hallisches Tor - nahe des “Tönsberg”:
Beat up - Tönsberg down
vol. 3
>>mögliche weitere Aktionen werden kurzfristig bekannt gegeben.<<
Offensive
antifaschistische und zivilgesellschaftliche Proteste gegen die
Etablierung des „Tönsberg“, einer Filiale der in Nazi-Kreisen beliebten
Bekleidungsmarke Thor-Steinar, haben seit September 2007 erheblich dazu
beigetragen, dass der Vermieter des Hauses in der Richard-Wagner-Straße
eine Räumungsklage eingereicht hat.
Der hoffentlich zeitnah anberaumte Verhandlungstermin weckt Hoffnungen,
dass die die bei Rechtsextremen beliebte Marke vertreibende
Thor-Steinar-Filiale in Leipzig bald das Feld räumen muss.
Die
konkrete Marke Thor Steinar und die Versuche der Herstellerfirma
entsprechende Ladenlokale in bester Innenstadtlage einzurichten,
verweisen auf die neue Strategie rechter Zusammenhänge in die „Mitte
der Gesellschaft“ vorzustoßen. Marken wie Thor Steinar, deren neustes
Spaltprodukt Eric & sons oder Consdaple sollen unpolitischen oder
sich diffus rechts verortenden jungen Leuten zu einem Identitäts- und
Szene-Zugehörigkeitsgefühl verhelfen, Runen-Symboliken oder subtile
Anspielungen auf nationalsozialistische Organisationen bilden den Link
zu Geschichtsrevisionismus, Nationalismus und Rassismus.
Thor
Steinar & Co werden auch in weiteren Leipziger Läden, wie dem Miss
Liberty und Mc Trend in der Leipziger Innenstadt oder im Boombastic im
Grünauer Alleecenter verkauft.
Mit einer möglichen Räumung des „Tönsberg“ ist das Problem also noch
lange nicht aus der Welt. Eine wachsende und immer aggressiver
auftretende Naziszene und rassistisches und nationalistisches Denken in
der „Mitte“ bilden zudem den weiterreichenden gesellschaftlichen
Kontext der sich weltoffenen und aufgeklärt gebenden Stadt Leipzig.
Ladenschluss für Thor-Steinar & Co. Schluss mit Rassismus, Nationalismus & Antisemitismus!
Am Freitag Abend gegen 23:00 griffen laut indymedia und Leipziger Pozilei ca. 10 Personen eine Veranstaltung des Projektes "Leipzig zeigt Courage" im Anker an. Mehrer Schaukästen und Scheiben wurden zerstört, der außenliegende Raucherbereich verwüstet, vorhandes Sitzmöbiliar und Steine dienten als Wurfgeschosse. Zudem wurde mindestens ein Feuerwerkskörper in das Gebäude abgefeuert. Vor Ort wurden mehrere Personen durch die teils vermummten Angreifer attackiert, größere Verletzungen blieben aus.
Die alarmierte Polizei erschien nach mehreren Notrufen dann auch irgendwann, konnte aber weder vor Ort noch im Umfeld potentielle Angreifer feststellen.
In der Sitzung des Stadtrates vom 20.2.08 stellte die SPD-Fraktion eine Anfrage zu den Geschehnissen zur Nazi-Demo vom 12.1.08 in Reudnitz. Es folgt die Protokoll-Niederschrift der Antwort des Ordnungsbürgermeisters Heiko Rosenthal: